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Gustav Schwab als Prosaiker.
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Aur Naturgeschichte des Zentrums.

Wir haben alle Ursache, beim Erscheine» der „Kleinen prosaischen Schriften" Schwabs anzuerkennen, daß sie rühmliche Entlastungszeuguisse für einen viel verkannten Mann, eine viel geschmähte Zeit und eine bis zur Ungebühr ver­unglimpfte Eigenart der deutschen Bildung sind, eine Eigenart, von der ein guter Teil wieder auflebe» muß, wenn wir nns in Leben und Literatnr erst wieder zn gesunde» Verhältnissen dnrchger»»gen habe» werden. ^

Zur Naturgeschichte des Zentrums.

ur wenige Wochen noch trennen uns von dem Znsammentritt des deutschen Reichstages, »»verändert ist die Phhsiogiwmie des Hauses gebliebe», und der Kampf der Parteien, die Redetnrniere nnd Ab- sti»n»»»gsschlachte» werden in alter Weise anfs neue beginnen. Müde des scheinbar fruchtlosen Haders, abgestoßen von einem Parteileben, das nicht jedermanns Sache ist, hat sich ein großer Teil der Nation in den politischen Schmollwinkel zurückgezogen, und das Interesse, welches früher die Verhandlungen in Berlin erregte», hat merklich abgenommen. Aber wenn auch die stille Zeit gesetzgeberischer Arbeit, die allmähliche Ausbildung des deutschen Reiches nach fnianzieller, politischer und sozialer Seite hin unmöglich das deutsche Volk so bis iu seine innersten Fasern erregen kann wie seine politische Gründnug vor elf Jahre», so wäre es doch ein großer politischer Fehler, völlig teilnahmlos anf der Seite zu stehen; die Vergeltung würde sicherlich nicht ausbleiben.

Von allen Parteilnlduugeu des Reichstages ist das Zeutrnm gewiß die eigentümlichste nnd darnm anch die interessanteste. Nicht wegen der Meuge be­deutender Geister, hervorragender Persönlichkeiten, welche es in seiner Mitte zählt. Es fehlt zwar nicht an solchen, aber im Verhältnis zur Mitgliederzahl der Partei sind ihrer nicht allzuviele. Ebensowenig kann man nur jene pathologische Teilnahme ihm entgegenbringen, welche der Natnrforscher einem seltnen Wunder­tier, einem überraschenden Naturereignis zollt. Wie in die tiefsten Lebensinter­essen unsrer Nation greift diese Partei ein, in der Zerklüftung nnsers nationalen Lebens hat sie allein an Stärke nnd Bedeutung zugenommen, nnd an dem un­erquicklichen Schauspiel, welches das innere politische Leben des deutscheu Reiches in den letzten Jahren bot, trng das Zentrum nicht die wenigste Schnld. Eine soeben über das Zentrnm erschienene Broschüre,^) von sachkundiger Feder klar und maßvoll geschrieben, verdient daher alle Beachtung.

Zur Naturgeschichte des Zentrums. Sozial-politische Betrachtungen von Otto Mejcr. Freiburg und Tübingen, I. C, B. Mohr, 1832.