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Literatur.
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Literatur.

Das B ö r s e n - N n u b i i t t e r t il in in V e r b indii n g m it de m Äl n l i s e ni i i e n t u >n u »so r e r Zeit. Ein ivolilgeiiieinter und rechtzeitiger Bknhnruf an das deutsche Jndentnm von Äl. Acanrer. Zweite Auflage. Weinheini, Fr. Ackermann, 188^.

Wir könnten unser Urleil über diese Broschüre, beziehentlich den Verfasser derselben, in zwei Worte fassen: Ein guter Mann, aber ein um so schlechterer Musikant, Jedenfalls versteht er von der Materie, über wetche er schreiben will, nichts und wird nach menschlichem Ermessen davon cinch nie etwas verstehen lernen. Wer also etwa etwas neues über das ,, Börsenraubrittertum " in der Broschüre stichelt wollte, könnte sich nur Enttäuschung holen. Davon findet sich überhaupt im ganzen Heftchen nicht das mindeste.Lesefrüchte" könnte man im besten Falle sagen, und diese sind dann zn einein sonderbaren Ochsenmaulsalat znsamiueiigerührt, ohne daß jedoch das pikante Gewürz dazn gethan wäre. Die Vorschläge znr Beseitigung des Börsenschwindels sind in ihrer Naivetät geradezu verblüffend. Der Verfasser verlaugt allen Ernstes, daß die Börsenjobber einen internationalen Börsenrefvrniverein" zur Bekämpfnng des Börsenschwindels bilden sollen nnd appellirt an ihr sittliches Bewußtsein; er meint, daß seine Erörteruugen dazu beitragen werden,der Börseuwelt den Stnar zu stecheu, denn sicherlich giebt eS in ihren Reihen viele Individuen, die gar keine Ahnnng davon haben, wie sehr gcmeinschädlich, unsittlich nnd verächtlich ihr täglicher Tummelplatz ist!" Eiu guter Manu also ist der Verfasser unstreitig, aber seinem Stoff ist er nicht gewachsen, das beweisen auch iu stilistischer Hinsicht viele Sätze wie folgender:Jede unsitt­liche Ausübung der persönlichen Freiheit ist als solche ans Unkosten ihrer Mit­menschen thätig"! Klare ökonomische oder sozialpolitische Begriffe wird man nach solcher Probe in der Broschüre sicher nicht mehr suchen.

Von Herrn Professor Hildebrand sind nns soeben folgende Zeilen zum Abdruck zugegangen:

Den Lesern des mich betreffenden Aufsatzes in der vorigen Nummer dieses Blattes, die mich nicht keimen, glaube ich die Erklärung schuldig zu sein (die übrigens die Redaktion schon abgegeben hat), daß ich jenen Aufsatz in keiner Weise veranlaßt, beeinflußt oder gewünscht habe, ja daß ich ihn bei aller Wohl- meinenheit für mich, die daraus spricht, herzlich bedaure. Daß bei einem ge­meinsamen Werke vvu solcher Größe unter den beteiligten Kräften Reibungen vorkommen, ist ja uach menschlichen Lebensgefetzen unvermeidlich, daß aber der Geist der Gemeinsamkeit und Eintracht daneben oder darüber walten bleibe, dafür wird möglichst gesorgt. Sind doch alle wir Beteiligten für nuser Thu» uud Lassen dabei eigentlich der Nation selbst verantwortlich auf Jahrhnnderte hinaus.

Leipzig, den 31. Oktober 1332.

Prof. R. Hildebraud.

Für die Redaktion verantwortlich: Johannes Grunow in Leipzig. Verlag von F. L. Herbig in Leipzig. Druck von Carl Mnrquart in Rendait^LeiMg-