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Zu Goethes Leipziger Studentenzeit.
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Zu Goethes Leipziger Studentenzeit.

von G. wustmann.

esfer noch als ausDichtung und Wahrheit" sieht man ans einem kleinen unter die Theateraufsätze Goethes eingereihten Fragment (Hempel, Bd. 28, S, 623), von welcher Wichtigkeit für den jungen Studenten Goethe das Leipziger Theater gewesen ist. Gewiß das wichtigste aber unter seinen damaligen Theatererlebnissen war das, was er an die Spitze jenes Fragmentes stellt: daß gleich im ersten Jahre seines Leipziger Anfenthaltes dem Schauspiel, welches bis dahin in den Mauern der Stadt ein nnstcites Wanderleben hatte führen müssen, durch die Freigebig­keit und Unternehmungslust eines kunstsinnigen Bürgers eine eigne bleibende Stätte bereitet wurde.Auf dem nenerbanten Theater erhielt natürlicherweise das Schauspiel ueue Aufmunterung und Belebung." Im Oktober 1766 wnrde das Leipziger Komödienhans mit ElinS SchlegelsHermann" festlich eröffnet.

Nicht sicher ist bisher der Tag dieser ersten Ausführung gewesen. Vlüinner (Geschichte des Leipziger Theaters, S. 131) meinte, die letzte Vorstellung, die Koch auf dem alten Schauplätze in Quandts Hofe gegeben habe,müsse" de» 5. Oktober stattgefunden haben, und da in der Clvdiusschen Schlußrede zu dieser Vorstellung die Eröffnung des neuen Hauses auf den folgenden Tag ange­kündigt wird, so hielt er den 6. Oktober für den Eröffnungstag. Dieser Ver­mutung steht die Angabe der Schauspielerin Caroline Schnlze gegenüber, die in ihren von Uhde herausgegebenen Denkwürdigkeiten (Historisches Taschenbuch 1873, S. 401) aufs bestimmteste deu 10. Oktober als den Eröffnungstag nennt. Gewiß ist dieser Widerspruch die Ursache, weshalb Düntzer, der sonst in seinem Leben Goethes mit so diariumsmäßiger Genauigkeit vorschreitet, in diesem Falle nichts andres zu sagen wagt, als die Eröffnung des neuen Theaters habe anfangs Oktober" stattgefunden (S. 74).

Uhde rühmt in der Einleitung zn den Denkwürdigkeiten der Caroline Schulze die oft überraschende Genauigkeit ihrer Aufzeichnungen. Auch der vor­liegende Fall ist eiu Beweis dafür: ihre Angabe ist die richtige, wie sich aus doppelter aktenmäßiger Quelle uachweiseu läßt.

Im Leipziger Ratsarchiv befindet sich eine handschriftliche Chronik von Leipzig, welche in vier stattlichen Fvliobündcn die Jahre 17141771 umfaßt- Sie kündigt sich auf dem Titelblatte des ersten Bandes ausdrücklich als Fort­setzung der bekannten gedruckten Leipziger Chrouik vou I. I. Vogel an, die bis zum Jahre 1714 reicht; als Verfasser nennt sich der Universitätspedell und Notar Johann Salomvn Riemer. Diese Chronik, die unter einem großen Haufen