Beitrag 
Thomas Carlyle. 1.
Seite
26
Einzelbild herunterladen
 

26

Die Klaviermusik seit Robert öchumann.

von einem Propheten die Nachweise eines Statistikers oder die präzise Formu- lirnng des juristischen Gesetzgebers verlangen. Das Übermaß seiner Sympathie mit den Leidenden schlug in bittere Härte um, wo er eingebildete Leiden ent­deckte oder zu entdecken glaubte. Im ganzen fingen die innere Kraft der Über­zeugungen und die eigentümliche Gewalt des Ausdruckes, die ihm eigen waren, nn, auch die widerstrebenden Massen zn ergreifen. Die Vorlesungen über Heroen, Hervenkultus und das Heroische in der Geschichte" (London 1341) und Oliver Cromwells Briefe und Reden, mit Erläuterungen" (London 1845) hatten daran wohl einen stärkeren Anteil als die einzelnen Flugschriften und Zeitungs­artikel, in denen der immer unbarmherziger und schwarzgalliger sich äußernde Schriftsteller dieöffentliche Meinung" oft so schmerzhaft ins Gesicht schlug, daß nur die Gewöhnung an die freiesten Meinungsäußerungen in der Presse und die unverbrüchliche Achtung, welche man vor dem sittlichen Charakter Carlyles empfand, das englische Publikum veranlassen konnten, jeder seiner Aus­sprachen doch wieder eine« gewissen Anteil zu widmen.

Die Klaviermusik seit Robert Schumann.

von Hermann Nretzschmar.

nf den folgenden Blättern soll versucht werden, die musikalischen Leser der Grenzboten über die nettere Klaviermnsik zu orientiren- Es scheint hierfür ans mehreren Gründen geboten, das Thema für diesmal ans die zweihändigen Kompositionen fiir Klavier ein­zuschränken.

Der Stoff ist ein ungeheuer großer. Im Jahre 1380 allein erreichte die Snmme der verlegten Hefte mit neuen Originalkompositionen die Höhe von un­gefähr 1200. Rechnet man jedes Heft durchschnittlich uur zu 6 Nummern, so giebt das gegen 8000 neue Klavierstücke. Die einfachen Tänze und Märsche sind dabei uoch ganz bei Seite gelassen.

Der größte Teil dieser Masse von Klavierkvmpositionen ist eitel Spreu und von einer Gehaltlosigkeit, für welche man auf dem Gebiete der Literatur nichts analoges findet. Die schalsten Reimereien ans Rosen und Kosen, auf Herze« und Schmerzen, die Schaudergeschichten und Sensationsromnne, welche kein ehrliebender Kolporteur vertreiben mag, stehen geistig immer noch höher als die Mehrzahl jener Salonstücke, welche wir Woche für Woche in neuer