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Politische Briefe : 6. Das Kapital und die politischen Parteien.
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Acmt und Anno Mischer.

tisches Motiv, und dieses Motiv macht ihn zum Giftverordner. Die direkten Personalsteuern, zniual in hohem Betrag nnd uüt Unterscheidung der Einkommens­quellen und Höherbelastung einiger Arteu derselben, mögen der öffentliche«: Mei­nung eine Zeit lang plausibel gemacht werden; in der Ansführnng wälzen sie jederzeit und jelänger jemehr eine Flnt von Uupopularität auf die Regie­rung. Sie können nur wachseu mittelst der sogenannten Steuerschraube, nnd die Regierung muß ängstlich sein mit der Anziehung dieser Schraube. Sie sind daher eiu Mittel, die Negieruug zu lähmen und abhängig zu machen von dein Parlament, das allenfalls Hilfe bringen kann.

Aber an diesem Gift stirbt der Liberalismus selbst. Es schwächt deu na­tionalen Staat uicht bloß gegen die Liberalen, sondern gegen alle seine Feinde. Es schwächt die Popularität der liberalen Führer dnrch die bei der Ausführung sich ergebende Uupopularität der Maßregel. Es entzweit die sozialen Elemente, in denen der Liberalismus seine Stütze hat, untereinander und mit deu: Staat.

Welches Gift die agrarisch-konservative Partei, die mit der Verfolgung des mobilen Kapitals den Liberalismus zu treffen meint, allen ihren wahren Zielen und Lebenselementen beibringt, ist wohl einer besonderen Allsführung wert, die aber in dein Raum des heutigen Briefes nicht mehr gegeben werden kann.

Dagegen würde die klerikale Partei vou der Verfolgung des mobilen Kapitals, wenu sie die Regierung und die konservative Partei dazu verleiten könnte, den größten Nutzeu ziehen. Sie würde beide auf lauge Zeit verfeinden mit der breiten Schicht des gewerblich und geistig produktiven Mittelstandes, ans welcher der preußische Staat uud die protestantische Bildung ruhen. Der Staat müßte sich der Hierarchie in die Arme werfen, nnd die evangelisch-konservative Partei wäre nur noch ein schwaches Anhängsel der Hierarchie. Von der sich selbst aufhebenden Ungereimtheit ihrer jetzigen sozial-politischen Fvrdernngen würde sich die Hier­archie, die bekanntlich mit manchen Schichteil der Demokratie gute Fühlung hat, zur rechte» Zeit lind im rechten Umfange zu dispensiren wissen.

WMD^I

Kant und Kuno Fischer.

ie neueste Auflage vou Kuno Fischers Geschichte der nenern Philo­sophie ist in der zweiten Hälfte des dritten Bandes der Kritik der reinen Vernunft von Jmmanucl Kant gewidmet; am Schluß der Darstellnng dieses Fuudamentalwerkes des großen Philo­sophen bringt K. Fischer endlich eine Kritik der Lehre desselben, und nun höre man und staune: auch er zeiht Kaut uicht nur des Widerspruches