Beitrag 
Zur Geschichte des deutschen Liberalismus.
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-154 Der Re^cn.

feindliches Mißtrauen, noch mich jene absolutistisch-konservativen Doktrinen, denen sie, vermöge einer gewissen gegcusätzlicheu Wahlverwandtschaft, den einseitigen Radikalismus vieler ihrer eignen Doktrinen zn verdanken gehabt hat, sind heute noch vorhanden; während sie, die Entartung, doch heute noch, wie vor fünfzig Jahren, das mißtrauische Schreckbild derReaktion" nnd daneben das schwindel­hafte Trngbild dessouveränen Vvlkswillens" im Banner führt und sich, gegen­über demAbsolutismus der Regierung," mit gankelhaftem Pathos auf die Offenbarung und unbedingte Geltung eines Willens beruft, deu sie, wider Natur uud Geschichte, deu Wählern erst selbst eingeredet hat.

Der entartete antinativnale Kvnservativismns ist es gewesen, der Deutsch­land fünfzig Jahre laug um die Früchte seines ersten großen Freiheitskrieges betrogen; hüten wir uns, daß uns nicht heute ein entarteter antinationaler Liberalismus anch um die Früchte unsers zweiten großen Freiheits- nnd Ein­heitskrieges betrüge, und daß er nicht vielleicht, wenn auch mir unwillkürlich, jeuer jenseit der Vogeseu noch immer lauerndeu Erwartung entgegenkomme, Frankreich werde zu seiner Revanche gar keines besondern Krieges bedürfen, sondern könne dieselbe getrost dem Eifer der juugdeutscheu I^idortv (Z^rinmuMv selbst übcrlasseu."

Berlin. F. L. Meyer.

Der Regen.

von Fritz Anders. 1^. Wasser nnd lvcirine.

ie Erde besitzt in ihrem Wnffer ein ausgezeichnetes Schönheits­mittel. Was wir irgend landschaftliche Schönheit nennen, kommt ohne Mitwirkung von Wasfer gar nicht zustande. Mau denke an die Alpenseen mit ihrer köstlichen blangrünen Tiefe, nnd frage sich, was der Nigi wert wäre, wenn er an dem trocknen Bette des Vierwaldstätter Sees stünde. Man denke an das unermeßliche Meer, wie Woge auf Woge heranzieht, immer dasselbe Schauspiel und doch jede Stunde ein anderes Bild. Man denke au den in grüner Verborgenheit murmelnden Waldbach oder au den Rheinstrvm mit Schiff uud Burg, au einen thanfrischen Svmmermorgen oder an die Gletscherwelt nnsrer Bergriesen in ihrer majestä­tischen Unnahbarkeit überall ist das Wasser der Künstler. Man vergesst anch nicht dieSegler der Lüfte"; das ftets wechselnde Antlitz des Himmels, die duftige Bläue der Berge, Mvrgen- nnd Abendrot und selbst das Blau des