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Ein Künstler über Kunst und Kunstgelehrte.
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Ameisenleben.

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Bedürfnis sich nicht bei der Thatsache beruhigt, daß die Bildnerei Bilder schafft; denn darauf läuft seine Definition hinaus, und sie ist auch als Grundlage für feine Erörterungen hinreichend. Mir scheint es aber im gegenwärtigen Moment besonders verhängnisvoll, wenn das Bündnis der Kunst mit der Philosophie aufgekündigt wird. Am Schlüsse eines ausgezeichneten Aufsatzes von Rudolf Seydel über Lvtze fand ich kürzlich folgenden Satz:Poesie und Kunst schöpfen ihre Begeisterung und Kraft aus Überzeugungen, aus einem Jdealglauben, mit desseu Schwächung, kritischer Zersetzung und Verdächtigung auch ihr Feuer zu­sammensinkt und ihr Licht verbleicht. Poetischer und künstlerischer Idealismus nehmen iu gleichen Schritten ab mit einer idealen, seherischen Philosophie." Mall mag darüber streiten, ob der in diesen Worteil angenommene Zusammen­hang ein thatsächlicher sei, in die Klage um die Verlorne Würde der Kuust wird man einstimmen müssen. Die Zeit ist einer idealen, seherischen Philosophie nicht günstig; eine Weltanschauung ist in mächtiger Entwicklung begriffen, in der der Knnst unter den notwendigen Mächten des Lebens kein Platz vergönnt werden soll. Die Kunst ist in den Augen ernster Männer zum Spielwerk, zur bloßen Zierde des Lebens herabgesunken. Möglich, daß eine Zeit wiederkommt, in der sie aus eigner Kraft den Beweis ihres Wertes und ihrer Notwendigkeit liefern wird. Heutzutage scheint eine solche Zeit noch fern zu sein, und so sollten die einzelnen unter den Künstlern, die es ernst mit der Kunst meinen, die Bemüh­ungen derer nicht zurückweisen, die innerhalb der großen Wandlungen, welche wir im geistigen Zustand der Menschheit sich vollziehen sehen, die ewigen Rechte der Kuust aufrecht zu erhalten suchen.

Leipzig. Lonrad Fiedler.

Ameisenleben.

chon durch die Beobachtungen Kirbys, Latreilles und Hnbers waren wir über das, was man das politische und wirtschaftliche Leben der Ameise nennen kann, ziemlich gut unterrichtet. Wir wußten, daß ihre Staaten oder Kolonien aus drei Klassen von Ameisen, männlichen, weiblichen lind geschlechtslosen, bestehen, daß

die letztgenannten allein alle Arbeit besorgen, Nahrung herbeischaffen, das Nest bauen, die Jungen und die Weibchen säubern uud füttern uud dergleichen, daß die Ameisen beinahe allen andern Insekten feindlich gegenüberstehen, daß die einzelnen Völker oder Gemeindell derselben einander bekriegen, daß die rote Gattung Feldzüge nach den Ansiedelungen der schwarzen unteruimmt, um sich Grenzboten III. 1882. 32