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Der Konflikt in Norwegen.
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Der Konflikt in Norwegen.

ie Thronrede, mit welcher König Oskar II. in der vorletzten Wvche deS Jn»i das norwegische Parlament geschlossen hat, wird vielfach als ei» bedenkliches Zeichen des Konflikts angesehen, der seit einiger Zeit zwischen dein Monarchen und der Landesvertretnng des Westens der skandinavischen Halbinsel spielt. Da die Sache für uns insofern vo>i Wichtigkeit ist, als sie zeigt, wohin die Übertreibung konstitutioneller Ein­richtungen führen kann, uud da andrerseits die Verfassung Norwegens und die Geschichte des Stvrthings wenig bekannt sein werden, so halten wir es für an­gemessen, im folgenden darüber einige Mitteilungen zu macheu.

Als die Norweger 1814 zu Eidsvvld, ihrer alten Selbständigkeit eingedenk, die allerdings während der Verbiudnug mit Dänemark faktisch verloren gegangen war, sich in einem dänischen Prinzen einen eigne» König wählten, gaben sie sich zugleich eine extrem liberale Verfassung. Ein kurzer Krieg bereitete dieser vollen Selbständigkeit ein Ende, aber Schweden machte im Frieden, obwohl es Sieger geblieben, der raschen Erledigung des Streites zu Liebe uach verschiedenen Seiten hin sehr erhebliche Zugeständnisse: mau begnügte sich, eine thatsächlich unr persönliche Union beider Reiche zustande zu bringen, und ließ dem Lande wie es freilich scheint, nur bis auf weiteres seine fast republikanische Kon­stitntion. Nach derselben sind die inneren Angelegenheiten Norwegens von denen Schwedens völlig getrennt, nnd beide Reiche haben außer dem Herrscher nur die Diplomatie gemeinsam. Sodauu stehen dein Könige lediglich die exekutive Gewalt, der Oberbefehl über die Streitkräfte nnd das Recht über Krieg nnd Frieden zu. Die gesetzgebeude Gewalt wird vom Volke durch das Storthiug, das jedes Jahr im Febrnar (jetzt im Oktober) zusammentritt, in Geineinschaft mit dem Könige, der aber mir ein suspensives Veto hat, ausgeübt. Die Be-

Grenzdvtt'ii tll, 1382. 7