Beitrag 
Die Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung : 2. Die jüngsten Vereinsjahre.
Seite
509
Einzelbild herunterladen
 

309

Leuschner und Duden wollen die Volkswirthschaftslehre jedenfalls in das allgemeine Programm der Volksbildung aufgenommen wissen, wenn auch nur, wie Leuschner meint, ihren Hauptpunkten nach alsKulturkunde". Franke-Leipzig weist (wohl sehr richtig) darauf hin, daß vor Allem den Lehrern selbst das Verständniß der Volkswirthschaftslehre erschlossen werden müsse. Eine eigentliche Abstimmung über diese Frage fand nicht statt.

Der Vorsitzende, Franz Duncker schloß die dritte Generalversammlung der Gesellschaft mit den Worten:Die Sache des Vereins ist ebenso eine Sache des Volkes wie der Spitzen des Staates es ist die Sache der nationalen Erziehung!"

Auch wir schließen mit diesem Wahrspruch den vorstehenden Artikel, der mittelst einer einfachen und ungeschmückten Schilderung dessen, was die Ge­sellschaft für Verbreitung von Volksbildung erstrebt, in Angriff genommen, beziehungsweise schon ins Leben gerufen hat, die Sache der Volksbildung und also auch die der Gesellschaft zu deren Verbreitung allen Freunden des Vol­kes, des Vaterlandes, der Menschheit recht dringend ans Herz zu legen be­absichtigt.

Z)ie deutsche "Fresse im IM Werner.

Selten hat der größte Theil der deutschen Tagespresse der deutschen Staatsleitung gegenüber für einen Einzelnen lebhafter Partei ergriffen, als für den abberufenen Kapitän Werner. Mit Leidenschaft ist von Anfang an in vielen Organen die Behauptung aufgestellt, und seither hartnäckig festge­halten worden, die Reichsregierung habe durch ihr Verhalten deutsche In­teressen geschädigt, sie sei dem Verletzten, wie der empörten öffentlichen Mei­nung Genugthuung schuldig u. s. w. Als ich zuerst von diesen Anklagen las, befand ich mich im Auslande. Die Freude des Auslandes über diese Haltung unserer Tagespresse war unverkennbare Schadenfreude, und weit lebendiger, als jenes angebliche Behagen des Auslandes an der Abberufung des Kapitän Werner, welches die Ankläger unserer Reichsregierung fingirten. Warum sollten auch unsere Feinde sich nicht darüber freuen? Zum ersten Mal seit Errichtung des deutschen Reiches haderten auch gutgesinnte, maß­volle Blätter in recht grober und heftiger Weise mit dem Kanzler. Es war schwer, namentlich aus ausländischen Zeitungsauszügen, eine Begründung der Anklage in den verworrenen Vorwürfen zu finden, die von deutschen Journalisten gegen das Haupt der deutschen Politik geschleudert wurden.