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Die Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung : 1) das erste Vereinsjahr.
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Me Hesellschast für Verbreitung von Volksbildung.

1) Das erste Vereinsjahr. Von Dr. Karl Friedrich.

Damals, als zuerst die Wogen freiheitlicher und nationaler Bewegung etwas höher zu gehen anfingen, als auch in Deutschland strebsamere Geister aus der engen Studirstube, die bis dahin ihre Welt gewesen, hinaustraten auf den öffentlichen Markt des Lebens, auf die publicistische oder die parla­mentarische Arena damals konnte man aus dem Munde so manches auf­richtig wohlmeinenden Mannes die besorgte Aeußerung hören: unser so ernstes deutsches Volk möchte durch die Tagespolitik und den Streit der Parteien sich von den bisher verfolgten höheren Zielen gründlicher Bildung und be­harrlicher Vertiefung in die Wissenschaften ablenken lassen.

Daß diese Besorgniß eine grundlose gewesen, hat die Erfahrung dieser letzten 30 Jahre, während deren die active Beschäftigung mit Politik auch in Deutschland immer weiter um sich gegriffen, bereits glänzend bewahrheitet. In der Philologie behauptet deutsche Gelehrsamkeit nicht nur noch immer einen hervorragenden Rang, sondern sie hat gerade in neuerer Zeit nach meh­reren Seiten hin bahnbrechend und mustergebend die aller andern Länder überflügelt. Deutsche Gelehrte dieses Fachs werden von dem stolzen England mit Eifer gesucht und als ein werthvolles Eigenthum hochgeschätzt; begeisterte Schüler der vergleichenden Wissenschaft, des Sanskrit und anderer Urlaute der Menschheit, strömen aus allen Ländern des Continents, von den britischen Inseln, ja von jenseits des Oceans herbei zu den deutschen Universitäten, um zu den Füßen anerkannter Meister dieser Fächer niederzufitzen. Auf dem Ge­biete der exacten Forschung ist die Prätention der Franzosen, die Chemie sei eine wesentlichfranzösische Wissenschaft", wesentlich mit durch den Eifer und die Erfolge deutscher Gelehrten zu einem längst überwundenen Stand­punkt und einer lächerlichen Selbstüberschätzung geworden. Die aufrichtigen Klagen, welche die wissenschaftliche englische Presse über den Tod Liebig's erhob und die ehrenden Lobpreisungen, womit sie sein Andenken feierte, haben deutlich bewiesen, wie auch auf diesem Gebiete, wo sonst der schwerfällige und abstracte Deutsche hinter seinem leichtfertigeren und praetisch gewandteren Nach­bar öfters zurückblieb, deutscher Geist jetzt in mehr als einer Richtung die unbestrittene Führung übernommen hat. Wie viel und wie gründlich ist ferner in diesen letzten Jahrzehnten gearbeitet worden auf den Feldern der politischen Geschichte, der Kultur, Literatur- und Kunstgeschichte!