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Ein Separatvotum zu Shakspeare's "Othello".
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durch Mißtrauen gegen einander gesündigt haben. Die Wege freilich sind diesem Mißtrauen gebahnt, nicht nur durch die Leidenschaftlichkeit des Einen, die Unbedachtsamkeit des Andren, und durch die Tücke Jago's, sondern vor­nehmlich auch durch die Erinnerung an den Vertrauens!) ru ch gegen den Bater. Auch dieser ist motivirt durch die Sinnesart des alten Brabantio, der in eigenwillig hitzigem Vorurtheil sich weigert, die Entscheidung über die eigene Zukunft vertrauend in die Hände der guten Tochter zu legen. So tritt überall in unserem Drama als die Wurzel, nicht nur des ehelichen, son­dern auch des Familienglücks das herzliche Vertrauen hervor, das für das Gedeihen aller Verhältnisse des menschlichen Lebens die unentbehrliche Vor­aussetzung bildet. Ferd. Worthmann.

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ZUM römisch-deutschen Streit.*)

Unter dem Titelzur Geschichte der römisch-deutschen Frage" hat Dr. Otto Mejer, Confistorialrath und Professor des Kirchenrechts in Rostock, eine ausführliche Darstellung der Beziehungen des römischen Stuhles zu den deutschen Staaten seit dem Ausgang des vorigen Jahrhunderts unternommen. Der erste Theil erschien 1871 und umfaßt die Periode von der letzten Reichs­zeit bis zum wiener Congreß einschließlich. Die erste Abtheilung des zweiten Theils erschien 1872 und behandelt nur die bairische Concordatsverhandlung. Die zweite Abtheilung ist in diesem Jahr erschienen, nur die kurze Zeit vom zweiten pariser Frieden bis zum März 1819 umfassend, und behandelt die auf die katholische Kirche bezüglichen Vorgänge dieser Periode in Preußen, in Hannover und in den oberrheinischen Staaten.

Das Werk ist in hohem Grade unterrichtend, das Material fast ganz neu aus unbenutzten oder bisher unzugänglichen Akten geschöpft. Die reiche Quelle der Belehrung, welche der Stoff in sich barg, hat der Verfasser zu heben verstanden, nicht bloß dadurch, daß er das Material zusammentrug und bekannt machte. Man kann auch das kostbarste Material tödten. Sticht Jeder besitzt den Mosesstab, den Quell belebender Einsicht aus dem Felsen an­scheinend trockner Verhandlungen und ehemaliger Gesichtspunkte, die mit den Bedingungen und den handelnden Personen des Augenblicks verschwanden, herauszuschlagen.

Das wlr i-es irMtur ruft uns die Geschichtsbetrachtung immer wieder zu,

') Zur Geschichte der römisch-deutschen Frage von Dr. Otto Mejer. Zweiten Theiles zweite Abtheilung. Rostock 1873.