Kritische Bemerkungen zu Hoetlje's Mographieen.
Das herzogliche Liebhaber-Theater. 1775—84, Von
C. A. H. Burkhardt.^
Die Gründung des Liebhabertheaters ^*), dem wir trotz mannichfacher und beachtenswerther Versuche hiermit eine neue Darstellung widmen, fällt noch in die Zeit vor Goethe's Ankunft und als Erbauer desselben ist der Hofjäger Hauptmann zu betrachten, der im Anfang November 1776 mit e. 360 Thlr. in dem Redoutenhause der Esplanade unter Beihülfe des Malers Schumann und des damals seinem Ruhme zueilenden Tischlers Mieding ,ne kleine Bühne einrichtete. Schon der Umstand, daß das Theater im Saale des Redouten- hauses aufgestellt wurde, beschränkte die Theilnahme des Publikums und man sieht aus allen Vorbereitungen, daß diese Schöpfung nur darauf berechnet war, den engern Hofkreisen einen kleinen Ersatz für das alte Theatervergnügen zu gewähren. Die kleine Bühne, die von Mieding hergestellt wurde, war überhaupt nur dreier Veränderungen fähig; ihr Aufbau und Abbruch nahmen in der Regel einen Tag in Anspruch. Man kann sich leicht eine Vorstellung von den bescheidenen Theaterverhältnissen machen, wenn man berücksichtigt, daß die Bühne 11 Fuß breit war und die Höhe der Coulissen nur t^/z Fuß betrug, während deren Breite 2V» Fuß nicht überstieg. Gegen Ende December 1776 stand die kleine Bühne, cc sgestattet mit allem, was die Aufführung kleiner Stücke bedingte, fertig da; verschiedene Kassen hatten die Herstellungskosten übernommen; auch die Herzogin Anna Amalia trug den vierten Theil, indem sie ihren Chatullier zur Zahlung von 88 Thaler und wenigen Groschen angewiesen hatte. In gleicher Weise betheiligte sich die Herzogin auch bei der Deckung der Beleuchtungskosten, die für eine Aufführung nicht über zehn Thaler betrugen.
") Vgl. Grenzvoten Heft 17 v. 25. April 187». S. 142.
Der Kürze wegen verweisen wir auf die in Pasque'ö Darstellung ausgeführte Literatur. Greuzboten 1873. III. 1