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Aus dem Musikleben Wiens.
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Musik jedenfalls kurz ausfalle, dafür dürfte jener Schullehrer in einem von Wien nicht allzusernen Dorfe garantiren, dem für die Mufikauslagen an den Festtagen für das ganze Jahr volle fünf Gulden angewiesen sind! — Die best- dotirten Kirchen Wiens, unterstützt von musikbedürftigen Dilettanten, führten in der zweiten Hälfte dieses Jahres Messen, Gradualien, Offertorien auf von Mozart. Haydn, Beethoven, Cherubini, Schubert, Lindvaintner, Wittasek, Hummel, Weigl, Eybler, Worzischeck, Salieri. Winter. Preindl, Mercadante, Kemptner, Umlaufs. Seyler u. A. — Von neueren Namen: Preyer, Rotter, Weiß, Krenn, Gotthardt, Bilzisty, Kummenccker, Wcinwurm. Kloß, Bibl, Wolff. Lachner, Mendelssohn, Schumann. Zur Fastenzeit werden übrigens in einigen Kirchen auch die alten Italiener berücksichtigt.

Faßt man alles zusammen, was die Kaiserstadt dem Freunde der Tonkunst an Theater-Kirchen-Orchester- und Kammermusik bietet, so gilt trotz mancher Mängel noch immer der Ausspruch einer alten Wienerchronik aus dem 16. Jahrhundert:

Hier sind vil Singer, saytenspil,

Allerley gsellschaft, freuden vil; Mehr Musicus vnd Instrument Findt man gewißlich an kaincm End.

Wien, im November 1867.

Londoner Corresponoenz.

London, Anfang December.

Niemand, der aufmerksam um sich schaut, kann sich darüber täuschen, daß wir einen bösen Winter vor uns haben; ich meine augenblicklich nicht hin­sichtlich der hohen Politik und Kriegsgefahr, sondern in materieller Beziehung. Die Ernte die im größten Tbeile Deutschlands und namentlich in Oestreich reichlich gewesen, war in Frankreich und England ungenügend. Die Farmer machen dabei allerdings vortreffliche Geschäfte, denn sie bekommen durchschnitt­lich 1 Pfd. Stlg. mehr für den Quarter Weizen als voriges Jahr, und man hört von allen Seiten, daß sie Hypotheken kündigen und Schulden bezahlen'