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Die römisch-italienische Frage.
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liche Oberhoheit in Frage. Ist der Papst wirklich der Stellvertreter Christi aus Erden, so muh er auch in aller und jeder Beziehung unabhängig sein, also Souverän, sei es auch nur auf einem kleinen Gebiet. Wir Protestanten verwerfen die Lehre der Stellvertretung und müssen deshalb auch glauben, daß die weltliche Macht unberechtigt ist; aber selbst von diesem Standpunkt ist der Zweifel erlaubt, ob eine Macht, die der Reformation widerstanden hat. durch die einer nationalen Bewegung gestürzt werden wird, welche schon längst ihren Höhepunkt überschritten hat. Indeß wie dem auch sein mag, so viel steht fest, nicht ein Kongreß, nicht eine Convention können die römische Frage lösen, sondern nur die Ereignisse; das Königreich Italien und die weltliche Macht des Papstes sind auf die Dauer unverträglich, entweder das erste löst sich wieder aus, oder die letztere fällt.

Für uns Deutsche scheint inzwischen kein Grund zu sein, aus der abwar­tenden Stellung herauszutreten, wie sie die preußische Regierung gewiß sehr richtig eingenommen hat. Wir haben die freundschaftlichsten Gesinnungen für die italienische Ration, aber wir können uns nicht, um ihr aus einer sclbstgcschasfcnen Gefahr zu helfen, in einen Krieg stürzen, bei welchem wir die Rolle des Angreifers spielen müßten und der durch seine mitwirkenden religiösen Motive den Zwiespalt in unser eignes Lager tragen würde. Noch weniger liegt es uns ob, dem Kcuscr Napoleon aus seiner Verlegenheit zu helfen; Weber Frankreich noch Italien haben uns beim Abschluß der Scptcmberconvention um Rath gefragt, mögen sie sich denn auch allein, über ihre Konsequenzen verständigen oder nicht verständigen.

Bom linken Mainufer.

(Korrespondenz aus Hessen-Darmstadt).

Mitte November.

Die jüngsten Vorgänge in Stuttgart und München haben die Frage nach dem Zeitpunkt und den geeignetsten Modalitäten für den Eintritt der süd­deutschen Länder in den. unter preußischer Aegide geeinigten Nordbund aufs Neue allen Freunden der nationalen Sache nahe gelegt. Ziemlich allgemein bricht sich die Ansicht Bahn, es werde am einfachsten sein, die süddeutsche Frage zu einer bayrisch-schwäbischen zu machen, und die Uitramvntanen und Radikalen an Ncsenbach und Jsar durch Aufnahme Badens und des gesamm« ten hessischen G>oßhcrzogthums zu isolircn. Was Baden anlangt, so würde die Verwirklichung dieses Gedankens kaum auf irgend erhebliche Schwierigkeiten stoßen, denn die sämmtlichen Factoren der Gesetzgebung haben sich entschieden im nationalen Sinne ausgesprochen. Wie verlautet, will Preußen aber, daß der Eintritt Badens gleichzeitig mit dem des südlichen Hessen geschehe. Hier liegen die Verhältnisse abcr wesentlich anders, als im Lande der Allcmannen. Verweilen wir bei denselben einen Augenblick, um uns über die Lage zu orientiren. In Darmstadt hat sich die zweite Kammer und zwar mit mehr als Zweidrittel-Majorität für den sofortigen Eintritt in den norddeutschen Bund ausgesprochen; in der ersten Kammer fanden sich aber nur wenige Stimmen, die bcitraten; die Regierung und namentlich der Großherzog sind entschiedene Gegner dieses Planes. Selbst die große Majorität, welche in der zweiten Kammer zu Gunsten des sofortigen Anschlusses an den Norden erzielt worden ist, beruht auf besonderen Umständen, die sich in solcher Weise vielleicht nicht Wiederholen dürften. Erklären wir dies näher.