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currenz noch ohne dieselbe functionircu kann, so beweist dies eben aufs neue daß es überhaupt unausfühbar ist.
Das ist nun freilich nichts weniger als eine Neuigkeit, und ich würde An- stand genommen haben, mich in Ihrem Blatte scheinbar auf Gemeinplätzen zu tummeln, fehlte nicht so Vielen, denen diese Fragen jeden Tag practisch an den Leib treten, der Muth, die Konsequenzen zu ziehen. Bei uns am Nheine empfindet man den Ernst der Arbeiterfrage vielleicht am stärksten. Umsomehr fühlen wir uns ausgefordert, dazu beizutragen, daß aus der Reihe von Lösungsvorschlägen wenigstens das ausgeschlossen werde, was mit dem Zauber des innern Widerspruchs begabt in unreifen Köpfen spukt. Man sollte sich gewöhnen, Apostel und Agitatoren der oveuveleuchteten Doctrinen vom pathologischen Gesichtspunkte zu betrachten.
Die Lage Süddeutschlands.
Aus Schwaben, 12. Oct.
Durch das Rundschreiben Bismarcks vom 7. Septbr. sind die Südstaaten in eine neue Lage gebracht; in die Freiheit ihres Entschlusses ist ihr eigenes wie das Schicksal Deutschlands gegeben. So offen als es nur jemals Cavour gethan, hat Bismarck den Grundsatz der Nationalität aufgestellt. Die Constituirung eines Volkes ist seine eigene Sache; will das deutsche nur einmal eins sein, so findet sich auch der Staatsmann, der die Hand dazu bietet, alles ist hinfort in den Willen der Nation selbst gestellt. Süddeutschland ins- , besondere ist gesagt, daß es nur von ihm selbst abhänge, an dem Neubau des deutschen Staats theilzunehmen, und Frankreich ist der verständliche Wink ertheilt, daß Deutschland sich in seiner Constituirung durch keinen Versuch fremder Einmischung stören lassen werde.
Das Rundschreiben war die Erwiederung auf die salzburgische Zusammenkunft. Diese Provocation, — die stärkste aller bisherigen Provocationcn. mag auch die praktische Folge Null sein, — forderte eine Aeußerung der preußischen Regierung heraus, die nach beiden Seiten kein Mißverständnis; ließ, weder der Nation noch dem Ausland gegenüber. Es war die Frage, wie sie von beiden Seiten aufgenommen und beantwortet wurde.
Vrmzl'vttn IV. 1567. , 9