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Ein Beitrag zur Baugeschichte des alten Rom.
Es ist eine auffallende und sehr bcmerkenswerthe Thatsache, daß bei dem großen Interesse, welches dem Studium des classischen Alterthums in den weitesten Kreisen der Gebildeten gewidmet wird, bei der Kohen Stufe der Vollkommenheit, aus welcher die politische Geschichte, die Philologie, die Epigraphik, die Alterthümer :c. Roms sich jetzt befinden, die Kunde der römischen Baukunst auf einer verhältnißmäßig so niedrigen Stufe steht, daß eingehende wissenschaftliche Darstellung derselben seit Hirt nicht einmal versucht worden ist. Und doch haben die römischen Ruinen als bedeutendste und beredteste Zeugen der Macht des Herrscherstaates der alten Welt seit Jahrhunderten das lebhafteste Interesse auf sich gezogen, sind sie oft beschrieben, gezeichnet, gemessen und seit dem fünfzehnten Jahrhundert wiederholt ganz oder theilweise nachgebildet worden. Aber eine gründliche, wissenschaftliche Erforschung der in Rom vorhandenen baulichen Ueberreste, deren fast täglich neue ans Tageslicht kommen, und oft eben so schnell und ohne daß der richtige wissenschaftliche Gebrauch von ihnen gemacht worden, wieder verschwinden, ja selbst gewissenhafte, genaue Aufnahmen der meisten Monumente fehlen noch immer. Ohne eine bis in alle Einzelnheiten gehende sorgfältige und genaue, auf literarischen Hilfsmitteln, besonders Inschriften und Kritik der Kunstformcn beruhende monographische Behandlung aller einzelnen Denkmale ist aber eine wirkliche Geschichte der Baukunst nicht möglich.
Nach A. Hirt haben zunächst Bunsen und seine Freunde viele verdienstvolle Untersuchungen gemacht; ihr gemeinsames großes Werk, die „Beschreibung der Stadt Rom" wird stets ein Quellen-Werk bleiben. Später hat A. Nibb y während einer langen Reihe von Jahren in einer sehr begünstigten Stellung in Rom mit großem Fleiß eine Menge neuen, besonders literarischen Materials zur Erklärung der Denkmale zusammengetragen, und in seinem sehr nützlichen Weite „Koma rttill' armo 1838" in Form von Monographien über alle bedeutenderen römischen Denkmale publicirt. Auf den Schultern Nibby's stehend hat kürzlich Franz Rcber in seinem verdienstvollen Buche „die Ruinen Roms" die vornehmsten antiken Bauten der Stadt monographisch behandelt, Nibbys Aufsätze durch die Resultate deutscher Forschungen und mannigfacher selbständiger Untersuchungen bereichert und den, freilich noch mangelhaften, Versuch gemacht, die Resultate aller Einzelforschungen in einer Baugeschichte Roms zusammenzufassen. Außerdem haben mehre andere bedeutende Gelehrte manches Einzelne von großem Werthe geliefert. Doch fehlt noch viel zu einer „Geschichte