Preußische Kriegsmarine.
Die Dampskanonenboote.
Nächst den leichten Fregatten (gedeckten Corvetten) und den eigentlichen Korvetten (Glattoeckcorvetten) kommen nun die vorzugsweise zur Vertheidigung der heimischen Küsten und zum Schutz des Handels an fremden Küsten in flachen Gewässern bestimmten Fahrzeuge an die Reihe, die Schraubenkanonenboote. Bekanntlich besitzt Preußen gegenwärtig zwei Classen dieser Fahrzeuge, die sich aber in Größe und Seefähigkeit wesentlich unterscheiden.
Wir haben zunächst 8 Schraubenkanonenboote erster Classe, mit 3 schweren gezogenen Pivotgeschützen armirt und mit einer Maschine von 80 Pserdekraft, vollständige hoch als Dreimastschooner getakelte Dampfer, die fast die Größe kleiner Avisos haben, und diese „Schraubendreimastschooner", wie man sie nennen könnte, sind bisher vielfach bei Expeditionen auch in andre als deutsche Meere verwandt worden und dabei oft von größtem Nutzen gewesen. Zunächst, als man im Jahre 1859 ansing, überhaupt Schraubenkanonenboote zu bauen, wurden nur 4 von diesen Schiffen, „Chamäleon", „Komet", „Cyklop" und „Delphin" auf der königlichen Werft in Danzig in Angriff genommen; später baute man dort noch ein fünftes und ein sechstes Fahrzeug dieser Gattung, den „Blitz" und den „Basilisk" (beide 1862 vollendet), und zuletzt von allen (1863) wurden „Drache" und „Meteor" vollendet, die schon während des dänischen Kriegs auf Stapel gestanden hatten, aber allerdings, wie sich damals recht deutlich sehen ließ, wegen des beabsichtigten Tiefganges und der Nothwendigkeit großer Stabilität bei der schweren Armirung unter der Wasserlinie keine besonders feinen Formen hatten erhalten können. Grade diese Schraubenkanonenboote erster Classe haben im Hafen- und Transportdienst, bei Aufnahmen und Peilungen und sonst vielfach die wesentlichsten Dienste geleistet, Wie man ja auch nur ihre Namen (selten die der bedeutend kleineren Kanonenboote zweiter Classe), als in den Häfen ein- oder ausgelaufen in den Zeitungen Grcnzbotcn III. 1867. 56