Beitrag 
Der deutsche Buchhandel der letzten Monate.
Seite
191
Einzelbild herunterladen
 

M

Und wo künftig wir dem Schönen Huldigen im Liedeston Laß auch jeder deutsche Sohn Deutschland hoch im Lied ertönen. *

Politischer Monatsbericht.

X Leipzig, Ende Juli.

Wenn wir es nicht schon seit lange gewußt hätten, die letzten Wochen würden uns darüber belehrt haben, deß es in Preußen keine wahrhaft con- servative Partei, keine Vertreterin der historisch-conservativen Schule giebt. Jahr aus und Jahr ein hat die Kreuzzeitung über den Mangel historischen Sinns bei den Liberalen, über die Nivellirungs-, Centraliflrungs- und Unifor- mirungsgelüste demokratischer Kreisrichter geklagt, ihre feudale Anhängerschaft für die einzige Vertreterin geschichtlicher Provinzial- und Lokaleigenthümlichkeiten, begründeter Sonderrechte und organischer Entwickelungen ausgegeben, und das Glück gerühmt, Männer dieser Richtung an der Spitze der Regierung zu seh?n. Nichtsdestoweniger ist im letzten Monate eine Reihe Octroyirungen auf Un­kostenhistorisch gewordener Eigenthümlichkeiten" undwohlerworbener Rechte" vollzogen worden, ohne daß die konservative Partei auch nur einen Finger geregt hätte, um die aus ihrem Schooße hervorgegangene Regierung vor Maß' regeln zu warnen, die der nationalen Sache am Vorabend neuer Wahlen un­säglichen Schaden gethan' und den Einfluß der particularistischen Opposition entschieden gekräftigt haben. Nickt die Träger der historischen Schule und des lokalen Selfgovernment, die Organe desnivellirenden" Liberalismus sind es gewesen, welche in Sachen der Ucberweisung des ehemals kurhessischen Landes« Vermögens an die Generalstaatskasse zu Berlin fürwohlerworbene" Rechte ein­traten, bezüglich der Octroyirung der preußischen Gerichts- und Proceßordnung por unnützer Uniformitätssucht warnten und auf die Nothwendigkeit hinwiesen, die althessischen Stände als Vertreter der specialen und lokalen Interessen dieses Landes beizubehalten. Fragen dieser Art ausschließlich nach ihrer juristischen