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Die Petrussagen. 1.
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Die Petrnssagen.

i.

Die ewige Stadt feiert in diesen Tagen wieder eines der großen kirchlichen Feste, wie sie unter dem Pontificat Giovanni Mastais nicht mehr ungewöhnlich sind. Sei es, daß die Persönlichkeit des Papstes der Entfaltung all der äußeren Herrlichkeiten der Kirche besonders geneigt ist, sei es, daß ihm die Zeiten darnach angethan scheinen, die Schaar der getreuen Bischöfe in kürzeren Zwischenräumcn um die erschütterte Kathedra Petri zu versammeln und zugleich die ungläubige Welt durch die Beweise ungebrochener Lebenskraft der Kirche zu beschämen, genug, je lauter der Zweifel sich äußert, ob nach Pius dem Neunten überhaupt wieder ein Papst in der bisherigen Weise im Vatican herr­schen werde, um so glanzvoller gestalten sich die Tage der dem Ende sich zu­neigenden Institution. Es will Abend werden, aber glänzende Strahlen ver­sendet die Sonne noch einmal über den Erdkreis. Und was wollen alle jene kleinen Leiden des irdischen Daseins, die Nöthe der päpstlichen Kassen, die Almosensammlungen unter den Gläubigen, die Räuber, welche den reisenden Bischöfen die Koffer leeren, der Spott der civilifirtcn Welt über die Sätze des Syllabus. die lauernden Garibaldianer an der Grenze, was will das Alles be­deuten gegen jene erhabenen Momente, in welchen die Träger der Kirche das Gefühl ihrer unzerreißbaren Einheit erneuern und sich gegenseitig in dem Be­wußtsein stärken, was die Kirche einmal gewesen ist!

Diesmal freilich gilt es ein Fest zu seiern, das kein Papst unter keinen Umständen versäumen konnte. Es gilt dem Apostelfürsten, der den römischen Primat geschaffen hat, es gilt der Institution des Papstthums selbst. Wie vor 13 Jahren die Feier des Dogma von der unbefleckten Empfängniß dogmatisch und hierarchisch den Schlußstein in das Gebäude einfügte, so kehrt jetzt die Erinnerung zu der Grundsteinlegung desselben zurück. Das Märtyrerblut, mit dem der Boden der Welthauptstadt gedüngt wurde, und aus welchem der Rie- Grenzboten III. 18K7. 11