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Kleine Chronik vom Reichstage. 5.
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Die Empfindung einer heranziehenden Gefahr verheißt auch die Geschäfte des Reichstags zu beschleunigen. Die Verhandlungen über die Kriegsverfassung des Bundes beginnen. Dem Vernehmen nach hat die nationale Partei be­schlossen, sich der Reden bei der Generaldebatte ganz zu enthalten. Möchten die letzten kritischen 20 Artikel des Entwurfs noch vor Ostem erledigt werden. Dann würde eine kurze Schlußberathung nach dem Feste folgen und die Arbeit des Reichstags beenden. E. B.

Vermischte Literatur.

Bei dem rüstig wieder entglommenen Streit zwischen Glauben und Wissen, dessen neueste Literaturdocumente wir demnächst im Zusammenhange betrachten, ist eine gründliche historisch-philosophische Darstellung des merkwürdigen Mannes, dessen Geist gleichsam die Jncarnation jenes Zwiespalts war und der für den Kampf, wie er sich jetzt gestellt hat, wesentlich die ersten Anregungen gab, doppelt willkommen.

In E. Zirngiebls Monographie über

Friedrich Heinrich Jacobis Leben, Dichten und Denken. Mit

Jacobis Bildniß. Wien, Braumüller, haben wir zum ersten Male seit Kippens überschwänglicher und mangelhafter Arbeit eine eingehende Betrachtung jenes frischen und einflußreichen Geistes, die den Anforderungen besonnener wissenschaftlicher Kritik Genüge leistet. Haupt­sächlich ist die Stellung Jacobis zu den philosophischen Systemen, unter deren Einfluß er schrieb, berücksichtigt, namentlich sein Verständnißgrad für die spino- zistische Weltanschauung, dem gemäß er wohl Mendelssohn niederwerfen konnte, aber einem Schelling weichen mußte, klar, wie nirgend zuvor, erörtert und seine Einwirkung auf die Zeitgenossen, wie sie in ihren Folgen noch in die Gegen­wart hineinreicht, lichtvoll zuscnMmgefaßt. Wir empfehlen das Buch ange­legentlich und wollen nicht unterlassen, der Verlagshandlung anerkennend zu gedenken, welche dieses nur wissenschaftlich gebildeten Kreisen gewidmete Buch der glänzendsten äußern Ausstattung gewürdigt hat.