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Aus Tirol.
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vcmbcr 1812 zu Insbruck geboren, trat in den Staatsdienst, beschäftigte sich außerdem viel mit Poesie, ohne jedoch jene ästhetische Bildung zu erwerben, welche für einen modernen Dichter nothwendige Voraussetzung ist. Daher sind seine Gedichte von sehr ungleichem Werth, manche schwülstig und mittelmäßig, ja schlecht, andere vortrefflich. wie z. B. sein Jesuitenlied, wohl das Schärfste. >emals gegen diesen mächtigen Orden geschleudert ^wurde. Er konnte der­artige Poesien natürlich nicht drucken lassen, wollte er in Oestreich nicht Amt und Brod verlieren. Einzelne seiner Dichtungen haben, abgesehen von dem poetischen Werthe, Bedeutung für unsere Zeitgeschichte, weil sie schriftlich von Hand zu Hand gingen und oft schlagend wirkten. Wahrhaft komisch ist das bombastische Gedicht, worin er die Vereinigung Tirols mit Oestreich besingt durchaus vfsiciöscr Beamtenstil. Der Liberalismus von Gilen versandte seine scharfen Pfeile fast ausschließlich gegen die Pfaffen und ihr Treiben. Eine Aus­wahl seiner Gedichte wäre sehr willkommen, denn er besaß unbestreitbar ein großes lyrisches Talent. Erstarb am 31. Mai als Statthaltcreisecretär zu Linz.

Unsre Leute im Süden beschäftigt begreiflicherweise der von den Welschtirolern beabsichtigte Putsch; man fühlt, daß der Boden nach allen Richtungen unter­wühlt ist und bangt vor dem Frühjahr, welches uns vielleicht einen Krieg bringt. Von dem Gang der Untersuchung. die in Jnsbruck gegen die verhafteten Jta- lianissimi geführt wird, hören wir selbstverständlich sehr wenig, nur sollen manche sehr compromittirt sein. Wie hoch die Fluth der Leidenschaft gestiegen ist, be­weist am besten die Tollheit des ganzen Projectes. von welchem sogar Garibaldi in einer Berathung zu Brescia abmahnte.

Die Stimmung ist bei uns durchaus nicht fröhlich, es steigen eben zu viel Wolken auf, die nach der Meinung der Metcreologcn Sturm bedeuten.

Die diesjährige berliner Kunstausstellung.

(4. Schluß.) '

Die originellsten Talente, die geistreichste Erfindungskraft, das tieueste Naturstudium und eine Ausbildung der malerischen Technik, welche die Gemälde anderer Gattung, zunächst die geschichtlichen, weit übertrifft, finden wir auf dem Gebiete des Genres. Knaus, Vautier, Riefstahl, Paul und Eduard