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Urtheile über unsre Dichter und Schriftsteller haben wir uns hinreichend ausgesprochen. Hier nur eine Notiz aus dem, was der Verfasser über Goethes Sonette sagt: „Bettina hat bekanntlich es so darzustellen verstanden, als ob Goethe nicht blos einen Theil dieser Sonette auf und an sie gedichtet, sondern auch von ihr den Stoff dazu empfangen oder entlehnt. Nach Riemers Mittheiln ngen aber ist weder das Eine noch das Andere der Wahrheit gemäß. Der Stoff, sagt er, ist ganz wo anders her, und eine Menge in den Sonetten vorkommender Umstände kann schon dem Ort und der Zeit nach, auch gewisser Verhältnisse wegen gar nicht aus Bettina bezogen werden. Die nähere Auseinandersetzung dieser Unmöglichkeit zu geben lehnt Riemer ab. Wie Tieck mir a b e r erzäh lt h at, waren die meisten dieser Sonette an ein Fräulcin Herzlieb gerichtet, die Goethe in From m a n n s Ha use hatte kennen lernen, und für die er sich lebhaft i n t er e ssi rt c. Ihr Name wird wohl auch die Auflösung der Charade sein, die den Inhalt des letzten Sonettes bildet. Riemer kann nur so viel sagen, daß ein Dutzend dieser Sonette schon 1807, vom 29. November an bis zum 16. December verfertigt und durch seine — Riemers — Hand gegangen, Zeltern unter dem letzteren Datum verheißen wurden und ihm auch den 22. Jnni 1803 von Karlsbad aus wirklich zukamen. Goethe war vom 11. .November bis 18. December 18V7 mit Riemer in Jena. Während dieses Aufenthalts wurden in dcn abendlichen Lcsecirkeln bei Frommann, Knebel und Andern besonders Sonette von Klinger. A. W. Schlegel, Gries und zuletzt Zacharias Werner, der persönlich in diesen Kreis eingetreten war, vorgelesen und im Stillen auch von Goethe versucht — wie es seine Art war, sich von berühmten Mustern uud Borbildern anregen zu lassen — und zwar gleich in einer gewissen Anzahl."
Preisaltsschreiven.
Preissrage der fürstlich I a b l o n owski schen G escll schaft in Leipzig aus dem Gebiete der Nationalökonomie für das Jahr 1866:
„Eine Darstellung der volkswirtschaftlichen Ansichten der Glossatoreu des Oorxus .suris eivilis." (Preis 48 Ducaten).
Die Preisbcwerbungsschriften sind in deutscher, lateinischer oder französischer Sprache zu verfassen, müssen deutlich geschrieben und paginirr, ferner mit einem Motto versehen und von einem versiegelten Zettel begleitet sein, der auswendig dasselbe Motto trägt, inwendig den Namen und Wohnort des Verfassers angiebt. Die Zeit der Einsendung endet mit dem Monat November 1866; die Adresse ist an dcn Secrctnr der Gesellschaft zu richte». Die Resultate der Prü- fung der eingegangenen Schriften werden im Monat März 1867 durch die Leipziger Zeitung veröffentlicht werden.
Veraulwortlicher Redacteur: Dr. Mvritz Busch. Verlag von F. L. He »'big, - Druck von C. E. Klbert in Leipzig.