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Die Süditaliener.
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Indeß wird es doch allmälig Heller in dieser Dunkelheit. Kundige Lands­leute, die in den letzten zwanzig Jahren öfter Unteritalien bereisetcn, haben mir wiederholt, jedesmal hätten sie Fortschritte bemerkt, das Volk sei früher viel düsterer, unsauberer, geistig roher erschienen. Nun ist das Jahr Achtund­vierzig gekommen: seit diesem Jahre gingen viel weniger Mädchen in die Klö­ster, und kamen viel mehr Bücher und genfer Erzieherinnen ins Land. Das Jahr Sechszig fuhr vollends in die stehenden dumpfen Wolken mit scharfem Luftzug hinein. Obgleich sich alles kopfüber in Politik und Grimm und lichter­lohe Ideen stürzte, einige Männer gab es doch in jeder größeren Stadt, welche sich fragten: das Leben unsers Volkes, in welchem so viele natürliche Kraft und Geschicklichkeit steckt, warum ist es so ganz verkommen im kleinlichen Wesen? Warum ist sein frischer Baumwuchs so überwuchert von Gestrüpp? Und sie mußten sich sagen: alles Uebels Grund ist der Mangel an Bildung. Wo am wenigsten Bildung, dort liegen Gewcrb und Anbau am tiefsten danieder, dort geschehen am meisten Frevel. Um jeden Preis will man sich nun losringen von der Herrschaft und Schule der Geistlichen, weil man nach anderer und mehr Bildung sich sehnt, als sie zu geben vermögen. Und merkwürdig genug, unter diesen Geistlichen selbst ist eine heftige Bewegung entstanden. Leidenschaft­lich studiren und treiben die jüngeren Philosophie und Politik, schreiben Bücher und arbeiten in der Zeitungspresse. Nur in Neapel konnte dieGesellschaft zur Befreiung der italienischen Priesterschaft" entstehen, welche kein Sacrament antasten, die ganze Hierarchie aber zertrümmern will und eine italienische Na­tionalkirche schaffen.

Volksbrauch und Aberglaube im Erzgebirge.

i.

Im Folgenden richten wir unsre Aufmerksamkeit nur aus das sächsische Erzgebirge und auch hier nur auf die Sitten und Vorstellungen des Landvolks. Auch in den Städten findet sich noch mehr Alterthümliches und Eigenthümliches, als man nach der Abgeschliffenheit und Nüchternheit des städtischen Elements im übrigen Sachsen und Mitteldeutschland überhaupt vermuthen sollte, und Spieß*), dessen Sitlenschilderung der Obererzgebirger wir im Nachstehenden

Aberglaube, Sitten und Gebräuche des sächsischen Obererzgebirges. Von Dr. Moritz Spieß. Zu finden in dem 19. Jahresbericht über die Progymnasial- und Necilschulanstalt zu Annaberg, Dresden, C, C. Meinhold und Söhne, 1862, Die Abhand­lung ist 78 enggedruckte Quartsciten stark und gehört, einige unrichtige Deutungen von Aus­drücken abgerechmt, zu den besten ihrer Art, jedenfalls verdient sie ihrer Reichhaltigkeit nach die Beachtung derer, die sich mit Sittcnvergleichung und Volksnaturgeschichte überhaupt be­schäftigen.