t!)7
Scene: „Alle, dreiunddreißig an der Zahl, stellen sich um das Feuer." Ambühls Schauspiel verdoppelt die Zahl auf sechs Bundesgenossen: 1) Wilhelm Tell. 2) Walther Fürst. 3) Peter Springer. 4) Johannes Jmhof (alle vier sind Urner). S) Staufacher. 6) Arnold Melchthal. Der Urner Attinghausen steht da gar nicht mit im Bunde. In Jg. Zimmermanns Tellenschauspiel v. I. 1777 tritt Walther Fürst (von Attinghausen) gleichfalls gar nicht auf: „Er liegt ja krank, der theure Mann" (Act 1, S. 12). In Schillers Tell ist Walther Fürst von Attinghausen in zweierlei Personen verwandelt worden, in den Freiherrn Werner v. Attinghausen und in den Walther.Fürst. Auch da wird der Bund geschlossen, ohne daß der Freiherr Attinghausen davon weiß, ja er stirbt inzwischen unter den Worten: Hat sich der Landmann solcher That verwogen, ja, dann bedarf es unserer nicht mehr.
Die neuen Friedensanssichten.
Als nach der Einnahme von Alscn plötzlich eine Waffenruhe, welche die Dänen anboten, und die Vorbereitungen zu Friedensvcrhandlungen überraschten, da war die öffentliche Meinung unter dem Eindruck der letzten Erfolge geneigt anzunehmen, daß die Demüthigung Dänemarks groß genug sei, um den Alliirten die Zuversicht auf baldigen Abschluß des Friedens zu geben. Wer freilich die dänischen Zeitungen und das Parteitrciben dort näher ansah, vermochte nicht sofort diese Hoffnung zutheilen. Die Dänen sind schwerlich so weit bezwungen, daß sie in eine Abtretung der drei Herzogtümer willigen werden. Da wir aber nicht wissen, ob der König von Dänemark in seiner verzweifelten Lage den Entschluß gefaßt hat, mehr zu bewilligen als die dänische Presse und die Deputirten des Volkes für erträglich halten, so ^müssen wir allerdings anstehen, diese Bedenken geltend zu machen. Und wir sind um so mehr zur Vorsicht verpflichtet, da anzunehmen ist, daß man in den auswärtigen Ministerien Preußens und Oestreichs genauer mit den Zuständen in Kopenhagen und mit dem guten Willen und der Noth der dänischen Diplomatie bekannt ist, als wir, und daß ihnen Gründe, welche für uns nicht sichtbar sind, den Abschluß eines genügenden Friedens hoffen lassen. Wir sind um so mehr zu dieser Annahme verpflichtet, da im entgegengesetzten Fall die neue Unterbrechung der Kricgsopcrationen ein unverantwortlicher Fehler wäre, der Vieles, was in den letzten Wochen gewonnen wurde, wieder in Frage stellen würde.
Die neue Eröffnung der Feindseligkeiten begann unter den günstigsten Auspicicn. Das feindselige England hatte sich vorläufig rcsignirt, in Frankreich sah man mit Schadenfreude die Demüthigung des unangenehmen Rivalen und beschloß der Sache vorläufig ihren Lauf zu lassen. Die Lage hat sich seit der Zeit geändert. Das Zurückweichen des englischen Ministeriums und die Zusammenkünfte der großen Fürsten des östlichen Europas haben Frankreich und England in diesem Augenblicke wieder genähert. Die Ansprüche des Großhcrzogs von Oldenburg, die feindliche Behandlung des Herzogs von Schleswig-Holstein durch die ofsiciöse .preußische Presse, die geringschätzige Behandlung des Bundes durch die Kriegführenden, die Dissonanzen zwischen