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Reise- und Kriegsvilder ans Spanien und Marokko.
Reise- und Lcigerbricfe aus Spanien und vom spanischen Heere in Marokko, von A. v. Gocben, k. pr. Generalmajor. Hahn, Hannover.
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Ehe wir weiter fortfahren in unserm Reisebericht, müssen wir noch einen Blick werfen auf die Zustände des Landes, das der Kriegsschauplatz war, und auf die beiden Heere, die mit einander kämpften. Das Reich Marokko, obgleich nur durch eine schmale Meerenge von Europa getrennt, ist uns weniger bekannt, als das im fernen Ostasten liegende China. Für den Europäer liegt der Grund dieser Erscheinung in dem strengen Absperrungssystem, welches die Regierung gegen das Ausland befolgt. Gelingt es ihm selbst, diese Schranken zu überwinden, so findet er neue Hindernisse in der großen Mangel- haftigkeit der selbst die verschiedenen Hauptstädte verbindenden Straßen und in der allgemeinen Unsicherheit, welche das Reisen im Innern ebenso beschwerlich wie gefährlich und eben dadurch selten macht. Unter letzterem Uebelstand leidet auch der Eingeborene, und so kommt es denn, daß die Europäer, die selten über die Küstenstädte hinauskamen, sich außer Stande sahen, ihre nur in einem geringen Umkreise gemachten Erfahrungen durch zuverlässige Berichte von Eingeborenen zu ergänzen. Schon über Ausdehnung und Bevölkerungszahl des Reiches herrscht die größte Ungewißheit, indem man die erstere auf 7—12.000 Quadratmeilen, letztere auf 6—16 Millionen angiebt. Den Kern und die größte Masse der Bevölkerung bilden die Berbern, schon zu Beginn der historischen Zeit hier wohnhast. Ihre starkknochige und hohe Gestalt, ihr häufig braunes und selbst rothes Haar unterscheidet sie von den Arabern, mit denen sie Sprache und Religion- gemein haben. Sie haben aber nicht überall reines Blut bewahrt, sondern sich vielfach mit Negern vermischt. Sie haben die ganze nordwestliche Hälfte des Reiches, zwischen dem Küstengebirge des mittelländischen Meeres und dem Atlas bis zu dessen Abhängen, inne, wohnen meistens in Duars und treiben Ackerbau und Viehzucht. In ihrem Gebiet befinden sich auch die ansehnlicheren Städte des Reiches, wie Marokko und die beiden Sommerresidenzen des Kaisers, Fez und Mekinez.
Einen ganz anderen Charakter als diese drei Städte haben die Küsten städte, deren Einwohnerschaft vielfach von europäischen Elementen durchsetzt ist; ursprünglich von europäischen Ansiedlern zu Zwecken des Handels gegründet, geriethen sie bei der Eroberung des Landes in die Hand der Araber, und dabei verloren ihre Bewohner Religion und Nationalität. Als dann die