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Camillo von Cavour.
Seite
303
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weree lg. eouciuist:^) zu verschaffen, und sich dann von der politischen Bühne in die stille Ländlichtcit von Leri zurückziehe» zu können, ward nicht erfüllt. Aber sein unerschütterliches vertrauen aus den endlichen Sieg der guten Sache verließ ihn auch im Tode nicht, die letzten Worte des Sterbenden waren: 'I'utto v salvo: alles ist sicher!

Wir schließen mit einer andern Aeußerung des Grafen auf seinem Sterbe­bette, als er zum letzten Male im Kreise der Nächstbefreundeten die politische Lage Europas an seinem noch immer hellen Geist vorüberziehen ließ:Dieser deutsche Bund ist eine Anomalie; er wird sich auflösen, und die deutsche Ein­heit wird gegründet werden, aber das Haus Habsburg wird sich nicht ändern. Was werden die in ihren Entschlüssen so langsamen Preußen machen? Sie werden fünfzig Jahre brauchen, um das zu vollbringen, was wir in drei Jahren gethan haben."

Das älteste Christenthum und seine Literatur.

2. Echtheit und Unechtbcit der ncutcstcuncntlichcn Schriften.

Ob eine Schrift von einein Apostel verfaßt ist oder nicht, ist eine rein historische Frage, welche theils durch äußere historische Zeugnisse, theils nach ihrem Inhalt zur Entscheidung zu bringen ist. Wenn die Ueberlieferung eine Schrift als echt bezeugt, so heißt dies zunächst nichts anderes, als daß dieselbe zu einer gewissen Zeit als apostolisch gegolten hat, ob mit Recht oder Un­recht, dies ist eben die Frage, um die es sich handelt.

Wie es nun mit den historischen Zeugnissen steht, wissen wir bereits aus der Geschichte des Kanon. Sind die neutestamentlichen Schriften apostolischen Ursprungs, so müssen sie größtcntheils vor dem Jabrc 70, zum mindesten furze Zeit darauf verfaßt sein. Welchen Werth hätte es nun. wenn wir gleichzeitige Zeugnisse für das Vorhandensein jener Schriften besäßen? Aber eben an diesen

") Rivista Loutöm^oiÄUL», hemusgeqeben von La Farina in Turin. Aprilheft. 1863. S. 76.