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einem cmgclnschen Rittergut? gehört. Ucbrigens sind die adeligen Güter hier mit wenigen Ausnahmen in den Händen von Bürgerlichen, und nur ihre zum Theil eigenthümlichen Privilegien erinnern daran, daß sie früher einer bevorrechteten Classe gehörten.
Vermischte Literatur.
Das Leben Jesu für das deutsche Volk bearbeitet von David Friedrich Strauß. Leipzig. F. A. Brockhaus. 1864.
Während es in den letzten Jahre» den Anschein gewonnen hatte, als hätte sich das religiöse Interesse vorwiegend auf die Angelegenheiten der Kirchcnverfassung und ähnliches concentrirt, so ist jetzt weniger die eigentlich theologische Welt als ein großer Theil der Gebildeten lebhaft angeregt worden durch den auffallenden Erfolg des bekannten Buches von E. Nenan. Sicherlich ist es weniger dieses Buch selbst als der lebhafte Antheil des Publicums daran, wclchcr mehre deutsche Gelehrte bewogen hat. ihre den gleichen Stoff behandelnden Arbeiten gerade jetzt zu veröffentlichen. — Die Grcnzboten beginnen mit dem vorliegenden Hefte eine Reihe von Aufsätzen, in welchen dieses Gebiet eine selbständige Behandlung findet, welche selbstverständlicher Weise auch die hier einschlagende Literatur berücksichtigt. Ref. begnügt sich daher, hieraus zu verweisen, und braucht nicht hinzuzufügen, daß das straußschc Buch hohe Beachtung verdient, allerdings aber auch nicht gewöhnlich gebildete und geschulte Leser erfordert.
Das Charakterbild Jesu, ein biblischer Versuch von Dr. Daniel Schenkel. Zweite unveränderte Auflage. Wiesbaden, C. W. Kreidcl. 1864.
Auf Grund des Markusevangeliums wird nach einer kurzen Einleitung über die Bedeutung der Person Jesu, ihre bisherigen Darstellungen und über die evangelischen Darstellungen, unter den 6 Abtheilungen- Die Entwickelung, die erste Gc- mcindestiftung, der Messias, der Wirkungskreis in Judäa, die Entscheidung und die Vollendung ein Bild von Jesu Wesen und Wirksamkeit gezeichnet.
Ein kleines Schriftchen:
Ueber das Leben Jesu von Renan, Vortrag von W. Beyschlag. Berlin, Ludwig Rauh
deckt mit Geschick und Müßigung die Schattenseiten des französischen Buches auf, während die Uebersetzuug einer Schrift:
Jesus Christus ist Gott. Beweis von Msgr. ParisiS, Bischof von ArraS. Prag. Steinhäuser. 1864
sehr überflüssig ist und höchstens deshalb Bcachtnng beanspruchen könnte, weil in der Broschüre des französischen Prälaten die Naivetät psychologisch merkwürdig erscheint, mit der die absoluteste Kritiklosigkeit für ihre unbewiesenen und nicht zu beweisenden Behandlungen den Anspruch macht, in wissenschaftlichen Fragen nicht nur mitzusprechen, sondern sogar abschließend aufzutreten. Daß der Herr Bischof „die Leidensgeschichten unsers Herrn genau erzählt und beschrieben in den Propheten vorfindet", wird nicht verwundern und die Gottheit Jesn wird ihm auch dadurch bewiesen, daß „selbst der furchtbare Ketzer Luther, dessen Grundsatz es zu sein schien, nichts Bestehendes zu achten, nicht den geringsten Angriff aus die göttliche Person des Heilandes wagt"e. Eine solche Vertheidigung will fast gefährlicher als der heftigste Angriff erscheinen.
Verantwortlicher Redacteur: Dr. Moritz Busch. Verlag von F. L. H e > l' i g. — Druck von C. E. Elbert in Leipzig.