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G. P. Äiensseux.
Wer einen Aufenthalt in Florenz unter seine Erinnerungen zählt, dem ist jenes alte Haus wohlbekannt, das an der Piazza di San Trinita gelegen einst der Familie Buvndclmonte eigen war, seit vielen Jahren aber die moderne Inschrift trug: Mdinotw L^ilZntiliM-lLtwiÄric». In einer Reihe bequem eingerichteter Säle fand man dort die bedeutendsten Journale und Zeitschriften aus Italien, Frankreich und England — Deutschland war freilich nur durch die Allgemeine Zeitung vertreten — ; man fühlte in diesen Räumen, daß man sich in der gebildetsten Stadt Italiens befinde. Wer den Directvr des Cabinets, den Herrn Gianpictro Vieusscux, selbst kennen lernen wollte oder, was nicht selten der Fall war, Empfehlungen an ihn abzugeben hatte, wurde eine Treppe höher geführt. Hier saß in einem großen Arbeitszimmer, das zugleich die Bibliothek enthielt, der unermüdlich fleißige Mann, freundlich den Ankömmling empfangend, der, namentlich wenn er etwa zu wissenschaftlichen Zwecken gekommen war, an Vicusseux einen einsichtigen und bereitwilligen Berather fand. In der Regel erfolgte gleich eine Einladung zu den berühmten Samstag- (früher Donnerstag-) Abenden, wo die wissenschaftlichen Notabilitäten der Stadt sich in zwangloser Weise zu versammcln pflegten. Als ich vor wenigen Jahren nach Florenz kam, war Vicusseux bereits ein Achtziger. Gleichwohl zeigte er das Bild eines geistig noch überaus rüstigen Mannes, Etwas Ehrwürdiges und etwas Kluges mischten sich seltsam in seinem Gesicht; zugleich drückte sich darin ein heiteres Behagen aus, das mit Befriedigung zu sagen schien: auch diese Räume haben das Ihrige dazu beigetragen, daß heute die dreifarbige Fahne vom Palazzo vccchio weht! Daß in jener Zeit die Abende in seinem Salon viel von ihrem früheren Reiz verloren hatten, lag zumeist eben an dem politischen Umschwung, dem sie gedient hatten, der aber einmal vollbracht nothwendig dem frondirenden Cirtel im Palast Buvndclmonte seine eigentliche Bedeutung rauben mußte.
Worin diese Bedeutung in früherer Zeit bestand, läßt sich leichter andeuten als beschreiben, da es sich hier weniger um bestimmte Thatsachen und Ergebnisse handelt als um einen Jahre lang fortgesetzten Meinungsaustausch, um die langsam aber unwiderstehlich in weitere Kreise dringenden Einwirkungen eines persönlichen Verkehrs, dessen Mittelpunkt die liberalen Gelehrten in Florenz bildeten. Ihnen schlössen sich die Fremden, die aus den verschiedenen Theilen Italiens, zum Theil als Verbannte längere Zeit in Florenz zubrachten und
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