Beitrag 
Die Revolution in Haiti.
Seite
437
Einzelbild herunterladen
 

437

geschlossenen Häfen, und eine Note an den Präsidenten von Dominica zeigte diesem den Sturz des Kaisers officiell an und ertheilte zugleich die Versiche­rung, daß man in Port au Prince den Abschluß eines Friedens- und Freund- schaftsvcrtrags mit dem östlichen Nachbarland wünsche. Daß damit die thö­richte Wirthschaft aus diesem Theil der Insel ein Ende nehmen werde, wird nach dem Obengesagten niemand hoffen dürfen. Der Stumpfsinn und die Trägheit der Neger läßt sich von ihnen so wenig aliwaschen wie ihre Farbe. Ihre Unfähigkeit, einen Staat zu bilden, zeigt sich selbst in Liberia, wo die Verhältnisse ihnen noch günstiger sind wie in Haiti. Der Naccnhaß wird über kurz oder lang wieder zum Racenkampf sich entzünden. Schon murren im Süden die Schwarzen, daß es ein Mulatte ist, welcher den Präsidenten­stuhl eingenommen hat. Nur die Herrschaft der Weißen kann hier Wandel schaffen. Die der Schwarzen bedeutet Nacht sür die Königin der Antillen, die der Gelben höchstens Dämmerung.

Von der preußischen Grenze.

Wir haben nur die Wahl zwischen dem Schrecklichen und dem Lächerlichen!" sagte Thiers, als hinter den harmlosen Tischen der Ncformvanqucts das blutige Gespenst der Revolution auftauchte:on bou eiw^sn xrvkvre I« i'iäieulo!" Das war verständig gesprochen, und ganz im Sinn der herrschenden Bourgeoisie; aber der scharfsinnige Staatsmann und Geschichtschreiber übersah einen Umstand: Gespenster lassen sich leichter ruscn als bannen; das Schreckliche kam doch, und man mußte es zum Lächerlichen mit in den Kauf nehmen.

Die Bourgeoisie ist seitdem von ihrem Thron gestürzt und das Militär hat ihn bestiegen; die Civilklcidung ist der Uniform gewichen, statt der Spritzen fährt man Kartätschen auf, das ganze Costüm hat sich verwandelt. Aber daß man darum doch nicht aufhört, einguter Bürger" zu sein, zeigt die Monitcurnote vom 5. März. Seit zwei Monaten ist ganz Europa in Furcht und Zittern, es wird ge­trommelt und mit den Degen geklirrt, ein jeder ruft seinem Nachbar zu:Fürchte du dich, sonst fürchte ich mich!" und plötzlich in die Mitte des allgemeinen Lärms tritt der lustige Monitcur und erklärt, es sei alles ein Fastnachtsschwank, man sei ja im Carncval! Zunächst steht das schaulustige Pnblicum verdutzt; dann svlgt ein lautes, allgemeines, im Ganzen fröhliches Gelächter; einige grollende Töne lassen sich doch dazwischen vernehmen; wir wollen abwarten, ob diese Gespenster dem Bann des Lächerlichen weichen.

Die öffentliche Meinung macht sich im Ausland von der jetzigen Stellung der Presse in Frankreich keinen richtigen Begriff. Man scheint zu allgemein anzunehmen, daß die Zeitungen einer vorgnngigcn Censur unterworfen seien, und man schreibt ihnen daher leicht eine Bedeutung zu, die sie im Grunde nicht haben. Man sollte doch wissen, daß die Regierung durchaus keine vorbeugende Einwirkung auf die