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Aus der römischen Kaiserzeit : die italischen Municipien. 2.
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Aus der römischen Kmserzeit.

Die italischen Municipien. 2.

Der in diesen Schilderungen mehrfach benutzte petronische Roman fuhrt uns in die mittlern Kreise einer italischen Seestadt: es sind Freigelassene, zum Theil durch Handel reich geworden, aus denen Trimalchivs Gesellschaft besteht, wie denn die höchste ihm selbst zu Theil gewordne Ehre ist, daß er in den Vorstand der Augustalen gewählt worden. Auch Lumpenhändler und Lcichen- besorgcr, deren Gewerbe für unanständig galt und selbst bei freier Gebnrt vom Decurionat ausschloß, sind unter seinen Größen. Die Unterhaltung drehte sich um die meisten bisher berührten Gegenstände, über welche der Gesichts­kreis dieser Classe in der Regel sicher nicht hinausreichte. Stadtgeschichten werden erzählt, die Magistrate, besonders die Aedilen (d. h. die Polizei) einer strengen Kritik unterworfen, die hervorragenden Persönlichkeiten des Orts be­sprochen und die öffentlichen Feste, die sie gegeben haben, gelobt oder getadelt. Zuerst spricht man vom Wetter und vom Bade, dann führt ein Todesfall, der noch in frischem Andenken ist, auf philosophische Betrachtungen über das Menschenleben.Daß ein so artiger, so guter Mann wie Chorysnctus hat ins Gras beißen müssen! Nur ganz kürzlich hat er mich noch angeredet, mir ist, als wenn ich noch mit ihm spräche. Leider, leider! Wie wir gehn und stehn, sind wir nichts als vollgeblasene Bälge, weniger als Fliegen, an denen ist doch noch etwas -, wir sind nicht mehr werth als Lustblasen. Und wie wärs erst gegangen, wenn er nicht so enthaltsam gewesen wäre? Füns Tage lang hat er nicht einen Tropfen in den Mund genommen, keine Brotkrume; doch hat er davon gemußt. Aber die vielen Aerzte haben ihn umgebracht, oder eigentlich ^vol sein böses Geschick; denn ein Arzt ist am Ende doch nichts weiter als eine Beruhigung für das Gemüth. Aber sehr anständig ist er be­graben worden, mit feinen Tüchern, auch die Todtenklage war sehr gut, wenn ihn auch die Frau nicht recht von Herzen beweint hat. Wie wäre es erst ge­gangen, wenn er sie nicht so gut gehalten hätte? Aber die Weiber sind, wie sie nun einmal sind, eine nichtsnutzige Bande. Man muß keiner etwas gutes thun, es ist ebenso gut, als wenn man es in den Brunnen wirft."

Hier fällt ein andrer Gast ein.Wir wollen an die Lebendigen denken. Er hat, was ihm zukam. Er hat anständig gelebt und ist anständig gestorben. Was hat er zu klagen? Er hat vom Heller angefangen und gab sich dazu her, einen Pfennig mit den Zähnen aus den Koth zu holen. Aus die Art wächst alles wie ein Hesenkuchen. Ich glaube meiner Treu, er hat ganze 10,000 (Thaler) hinterlassen, und er hatte alles baar liegen. Ucbrigens hatte er