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Der kirchliche Geist in England und seine Zukunft.
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Der kirchliche Geist in England und seine Znkunsr.

Vor nunmehr zwei Jahren beschäftigte eine Frage ungewohnter Art die Aufmerksamkeit des englischen Unterhauses. Die Frage schien unbedeutend im Angesichte eines blutigen Krieges, der unter erstaunlichen Opfern zu einer Katastrophe endlich gebracht war, über den aber die Unterhandlungen noch schwebten. Nickt als eine Frage von Principien, nicht in den Farben der Partei, nicht unter dem Banner der Gedanken- und Religionsfreiheit, nicht als ein Lebcnsinteresse der christlichen Gesellschaft, nicht einmal als ein all­gemein empfundenes Interesse des gesammten Volkes trat die Frage auf. Es handelte sich einfach um eine unschuldige Ergötzung der unteren Vvlks- classen, welche in den großen Städten der vereinigten Königreiche zusammen­gedrängt leben: um die Eröffnung der Museen und Kunstsammlungen für Schaulustige an Sonntagnachmittagen.

Der Deutsche lächelt über die Harmlosigkeit des Gegenstandes; er ist an geräuschvollere Sonntagsfreuden gewöhnt; Tanz und Musik am Sonutage sind uns, mit ihrem Gefolge geselliger Lust, eine alte, liebe Gewohnheit, an der wir festhalten, und welche uns eine frommgewordene, den Himmel be­vormundende und das Heilige überwachende Polizei nicht entreißen kann; die Bühnen sind offen, und Sänger und Schauspieler thun ihr Bestes, um den Geschmack des Publicums zu befriedigen. Im Vergleich hiermit, was konnte Verfängliches an dem Antrage des Sir Joshua Walmsley sein? War derselbe einer Einwendung werth? Mußten sich nicht alle Hände für eine Maßregel erheben, welche, mit wie schwachen, unzulänglichen Mitteln auch immer. nichtZ Anderes bezweckte, als Geschmack und Kenntnisse zu verbreiten, und dem großen Hausen eine Quelle der Erholung und Erhebung zu öffnen?

Und dennoch der Antrag Sir Walmslcys ward verworfen nach einer mehrstündigen Debatte, an welcher die besten Kräfte der liberalen Par­tei sich betheiligten, verworfen mit 376 gegen 48 Stimmen. Wenn es sich um Abwendung einer allgemeinen Landcsgefahr gehandelt, hätte die Ent­scheidung kaum nachdrücklicher ausfallen können.

Allein es wäre irrig, zu behaupten, daß diese Entscheidung im Schoße des Unterhauses erzeugt, entwickelt und geboren worden. So weit uns die Acten vorliegen, war in den v orausgnugigen Verhandlungen durchaus kein Grund gelegt, auf den das Endurtheil sich stützen konnte. Die fähigsten Redner berührten kaum von fern die großen allgemeinen Prinzipien, die hier in Frage stehen. Die Liberalen obenan der junge Lord Stanley (Sohn des Earl von Derby), dessen aufsteigender Stern bei dieser Gelegenheit mit

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