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W o ch e n b e r i ch t.
Conftantittopel, den 2->. Februar -I8!>3. — Das Bedeutendste, was ich Ihnen zn melden habe, ist die Anfhebnng des Krieges gegen Montenegro, von der bereits in der vergangenen Woche die Sage ging, »nd die nnnmchr sich als Thatsache heranögestcllt hat. Dieser kurze, tauin zehnwöchcntliche Feldzug wird eine bedeutende Stellung in der Geschichte unserer Tage einnehmen; er eigentlich war es, der die Unterhandlungen mit Oestreich, die, von dieser Macht, allem Vermuthen nach, ursprünglich für eine spatere, und vielleicht noch günstigere Stnnde ausgespart gewesen waren, in den Gang gebracht hat. In letzterer Hinsicht knüpfen sich Ereignisse au den Kampf in bei, „schwarzen Bergen", deren Tragweite vorerst noch nicht zu berechnen, von denen aber zn ahnen ist, daß sie, möglicher Weise, die bedeutendsten politischen Vvrgä ug e dieser Epoche herbeiführen werden.
Außer dieser großen politischen Seite hat der in Rede stehende Krieg noch eine andere von rein militärischem Interesse. Er ist nämlich, außerdem daß er die Welt in Erregung gesetzt, »och zum Prüfstein sowohl dessen, waö die zähen Stämme des Gebirges vermögen, als anch der, seit dem letzten Kriege mit Nußland, neu organisirteu vttomanischcu Armee geworden. Diese letztere hatte zwar seitdem manche Gelegenheit gehabt, sich dem Feinde gegenüber zn produzireu; (die beiden Kriege gegen Mohammed Ali nnd die früheren Kämpfe im Libanon;) aber theils waren damals die Organisationen, namentlich die bedentnngövolle der Artillerie, noch nicht so weit vorgeschritten, theils befanden sich die Truppen der Leitung von Führern übergeben, welche die ncn geschaffenen Waffengaltnugcn nicht zn gebrauchen verstanden. Der tt'ampf gegen den ,,Kara-daph" ist der erste Krieg gewesen, in welchem türtische, organi- sirte, mit allem Bedarf reichlich ausgerüstete, namentlich durch eine treffliche Artillerie unterstützte Truppen, sich, unter einem kriegsverständigen Führer, dem Feinde gegenüber befanden. Es ist dabei nicht zn vergessen, daß die Operationen, dnrch die Eigenthümlichkeit »nd die außerordeutlicheu Schwierigkeiten des Terrains einen besonderen Charakter ausgedrückt erhielten; desgleichen, daß, in Verbindung mit den regelmäßigen türkischen Truppen, zugleich unregelmäßige agirten. Wie dem indeß auch sein möge, keiner der vorhergegangenen Kämpfe hat, wie dieser, einen Maaßstab für die Kriegsbranchbarkeit der ottomanischen Armee abgegeben. Man weiß jetzt, baß die Truppen derselben, im Kampfe Maun gegen Manu, sich nicht schlechter schlagen, wie diejenigen der meisten anderen Heere Europas; man hat einen Beweis für die strenge Disciplin erhalten, die sie zn bewahren wissen, wenn ein dem Befehl gewachsener Mann sie führt; endlich hat sich die praktische Vorzügiichteit der türkischen Artillerie, von der man vor dem »nr wußte,