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Tannhäuser : Oper von Richard Wagner.
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Mittel erreicht wird, so zwar, daß iu Zweifelsfällen das künstlerische, namentlich musikalische Interesse zurücksteht. Daß Wagner selbst heftig gegen den Meyer­beerismus polcmisirt, beweist an sich Nichts dawider, daß er selbst demselben ver­fallen sei; es ist eine bekannte Erfahrung, daß man an Fremden die eigenen Schwachen am Unangenehmsten empfindet und am Schärfsten tadelt. Ohne alle Frage hat Wagner mehr Sinn für das Poetische und mehr Feinheit des Ge­schmacks als Meyerbeer, er wählt daher seine Stoffe besser und die einzelnen Effecte, die bei jenem wie aufgenagelt auf eine gleichgiltige Unterlage erscheinen, weiß er geschickter aus seinem Stoffe herzuleiten; auch in der Instrumentation ist er ihm dadurch überlegen, daß er kühner und freier in's Volle greift und nicht so gar ängstlich wie Meyerbeer mosaicirt. Aber alles dieses, und was man hier noch Verwandtes hervorheben möchte, find doch nur Verschiedenheiten dem Grade nach, und geben wir bereitwillig zn, daß im Einzelnen in drastischer Charakteristik Vieles gewagt und Einiges gelungen sei, so ist aus diesen Elementen nimmer­mehr ein Kuustwerk zu gestalten, das den Anforderungen anch nur der Gegen­wart genüge.^

Wochenb ericht.

Berlin, 54. Februar. Die Aushebung aller derjenigen Gesetze, durch welche im Jahre die Verfassung der Gemeinden, Kreise, Bezirke und Provinzen geordnet wurde, versetzt uus in einen völlig chaotischen Zustand, dessen endliche Regelung selbst in den Zeiten des tiefsten Friedens nnd der ruhigsten Entwickelung höchst zweifelhaft, und jetzt bei der nnsichern Lage der europäischen Verhältnisse durchaus unwahrscheinlich ist. Möglich freilich ist es, daß uns Zeit vergöuut wird, an Stelle des Beseitigten ein Neues zn setzen; aber ans diese entfernte Möglichkeit zu spcculiren, und iu einer Zeit, in der nicht einmal die Ereignisse der nächsten Woche mit einiger Sicherheit berechnet werden können, die Hauptgrnndlage des Staatövrganismus mit einem Schlage zu beseitigen, ohne dieselbe durch ciu anderes, bestimmtes Fundament zu ersetzen, ist ein verwegenes Unterfangen, welches schwerlich durch politische Erwägungen, wol aber durch den bittern und unklaren Haß gegen die Gesetzgebung von -1850 erklärt werden kann. In Revolutionszeiten ist es wol vorgekommen, daß man nicht nnr einzelne Ge­setze, sondern ein ganzes System von Gesetzen schlechtweg aufhob, ehe man das Bessere festgestellt hatte; und wenn dasselbe heute geschieht, will man uns einreden, daß wir es mit demGegentheil der Revolution", nicht mit der leibhaftigen Contrerevolution zu thuu haben? DiesesGegentheil der Revolution" gleicht der Revolution in den Motiven, Wirkungen und sonstigen Kriterien so vollkommen,