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Die bildende Kunst in München. 1. : Architektur und Sculptur.
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Die bildende Kunst in München.

i.

Architektur und Scnlptur.

Müiichcn, dcn 2. Fcbruar -I8li3.

Windstille, klare sonnige Tage und kalte, aber helle Wintermorgen mit ihrer herrlichen, jeden Nerv kräftig spannenden Luft verschönern mir den Aufenthalt und strafen den so schlechte» Ruf des hiesigen Klimas für jetzt auf freundliche Weise Lügen. S'ist was Heiteres, Herzhaftes in diesem Wetter, und so finde ich auch das hiesige Lebe», das mich diesmal mehr als je anspricht, mit seinen mannichfciltigen Richtungen, die fast alle denselben ranhcn, herben, aber kernge­sunden Charakter an sich tragen, wie die Atmosphäre; schwächliche sentimentale Tendenzen kommen da so wenig fort, als kränkliche, hektische Menschen. Das Volksleben im nahen Gebirge ist noch naiv uud malerisch, wie in weuigen Ge­genden Deutschlands, und hier genießt wenigstens Jedermann ohne zn kutisiren, anstatt zu kritisiren ohne die Fähigkeit zn gcuießcn. Außerdem ist Müucheu auch die wohlfeilste deutsche Stadt, uud die Künstler habe» hier, als eine große Corporation fast uur unter sich lebend, keinerlei Repräsentation nöthig, so daß sie viel wohlfeiler producircu können, als alle ihre Kollegen in den übrigen Metro- Polen, die so oft einen Schein von Wohlhabeiihcit zu affectircu veranlaßt sind, die mit ihren wirklichen Verhältnissen sich schlecht geling vereint.

Es ist daher nicht ganz zufällig, wie mau manchmal annimmt, wenn hier noch immer ei» kräftigeres Kunstleben blüht, als überall sonst im Vaterland, ob- wol der hohen Unterstützung, die es anfänglich hervorgerufen, schvu länger engere Grenzen gezogen werden mußten. Zuerst freilich, wen» man etwa von der Naturwüchsigst italienischer Städte herkommt, deren öffentliche Gebäude und Denkmale sich an die bedeutendsten Periode» »nd Ereignisse einer dreitausendjäh- ngen Geschichte knüpfen, und dcn Wellenschlag derselben aufs Schärfste und

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