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Wochenbericht.
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W o ch e n b e r i ch t.

Aus England. Sieg der Liberalen. Das neue Jahr eröffnet sich, wenn die Dinge nicht plötzlich wieder unischlagen, unter günstigen Auspizien für die liberale Sache, In England ist das Tory-Ministerium gestürzt und ein aus Whigs und Peeliten gebildetes Cabinct im Begriff, die Zügel der Verwaltung zu übernehmen, in Spanien erlahmt die Verwegenheit des strafbarsten Neactivusprojeetes vor der glor­reichen Manifestation eines eben so wüthigen, als unbeugsame» Widerstandes, und eine Aenderung ist eingetreten, welche hoffentlich bald die eoustitntivnellc Partei an das Rnder des Staats bringen wird.

Daily News verglich neulich das Disraclische Budget mit den Wahl­bestechungen der Tones, die sich bei den Wahlen dnrch Freibier Wähler geworben haben, und meinten, daß die Gewohnheit dieser Taktik einen Finauzplan eingegeben habe, welcher die Nation dnrch die Aussicht auf billigere Bierprcise verlocken wolle, dem Agricnltnrintcrefse durch die Vcrmindcrnng der Malz- und Hopscnstcucr eiue indirccte Entschädigung zu geben. Der Versuch ist jedoch nicht gelungen. Nach viertägiger Debatte ist Herrn DiSracli's Budget mit einer Majorität von 19 Stimmen im Unter- Hause verworfen, nnd damit das Ministerium Derby nach clfmonatlichcm Bestände ge­stürzt worden. Formell handelte es sich nur um den Beschluß, ob man mit der Haus­steuer überhaupt eiue Veränderung vornehmen wolle, und bis zuletzt versuchte Herr Disracli die Frage auf diesem cugcu Terrain zu halten, um die zahlreichen Nen- linge im Parlament zu ködern, die principiell nichts gegen eine Erhöhung der Hausstcucr hatten, nnd in der bloßen Anerkennung eines Princips, ohne sich zu feiner praktischen Anwendung zu verbinden, nichts Arges sahen. Sir James Graham uud Mr. Gladsioue gebührt das Verdienst, diesem Bemühen mit Erfolg widerstanden zu haben, und deshalb war während der ganzen Debatte stets das ganze Budget der Gegenstand der Ver­handlung, uud cS handelte sich nicht mchr um daö Princip der Hausstcucr, sondern um die Frage, ob man zu dem gegenwärtigen Ministerium Vertrauen genug habe, um ihm eine Erhöhung der Steuern zu bewilligen, nnd die Antwort ist verneinend anSgc- sallen. Der Kampf war hartnäckig, doch sah man kurz nach Beginn der Debatte schon, wie sein Ende sein würde, denn Herr DiSraeli stand so gut wie allein die Unter­stützung der Herren Walpolc und Pakington hat ihm eher geschadet den bedeutendsten finanziellen Talenten des Unterhauses gegenüber, die sein aus den ersten Blick so glänzend aussehendes Budget schvnnngsloö des falschen Flitters entkleideten, nud alle wunden Stellen desselben hervorhoben, Anch hier waren es wieder Sir JameS Graham und Mr. Gladstone, welche nachwiese», wie das ministerielle Budget, indem es erst einen Ueberschuß durch Erhöhung der Steuern schaffte, um ihn zur Herabsetzung anderer ver­wenden zu können, allen Grundsätzen einer gesunde» Fi»a»zpolitik widerspreche». Wie lcidc»schaftlich der Kampf Mr. DiSraeli bewegt hatte, zeigte sich an seiner Schlußrede, in der er seine Gegner mit einer Bitterkeit und einer Heftigkeit der Sprache angriff, die kaum andere Grenze» zu kennen schien, als den OrduuugSruf des Sprechers, und die ma» laiige nicht im Unterhanse gehört hat. So sagte er von Sir Eh. Wood, er verwechsele Tadclsucht mit kritischem Siun, und Jusolenz mit Nechtschaffcuheit, nnd von Sir JameS Graham, er beachte ih» zwar, könne ihn aber nicht achte». Ueberhanpt