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Oestreichische Finanzen.
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Schnldtilgung, die ins Unendliche fortgcsponnen werden kann; statt der fälligen Interessen werden neue Metalliqnes angefertigt.

Welche Mühe sich anch die gouvernementalen Organe und ausgesaudte Börsenmakler geben, die Löcher des finanziellen Uebcrwnrss zu verdecken, und wie anch die sogenannten liberalen Journale militärisch eingeschüchtert sind, die Blößen dieses Ausweises zu' zeigen, so mußte doch die frühere Ueberzeugung fest gehalten werden, daß der einge­haltene Weg des Fiuauzmiuisterimnö nnr tiefer in den Wald führt. Die Bantdircction repartirt so eben eine halbjährige Dividende von 58 Fl.; ein Journal bemerkt hierzu, die 20 , welche das Volk an den Banknoten verliert, streichen die Bankaetionäre als Gewinn ein. Die Baut, dieser Vampyr am Staate uud am Nationalvermögen, wird weitereu Gewinn ziehen ans dein anwachsenden Deficit des Budgets; alle andern Institute, Grund uud Boden, Industrie nnd Handel siud fortgesetzten unberechenbaren Verlusten Preis gegeben. Em ministerielles Blatt stellte schon den Salz auf, daß die geringere Eonsumtiou, also das Hungern ein durch die Papierzettel erreichter Vortheil sei, eine Ersparnis;; es ivird aber bald dahin kommen, daß auch der Soldat wird hungern müssen, da er mit dem fixirten, in Papier ausbezahlten Sold die gesteigerten Preise der Lebensrnittel nicht bestreiken kann. Eine hungernde Armee von KW,M0 Mann ist die Aussicht, die Oestreich bei Fortbestand der Finanzwirren bedroht.

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Den II!. Juni.

Wenn man so von einem Archimedes'schen Punkte aus das Treiben dieser Welt theilnahmslos betrachten könnte, wäre gewiß das Verhältniß unserer Kriegsgöttcr zu dem Schwarzenberg-Bachl'chen Olympos einer der amüsantesten Anblicke. Die Civilregiernng mnß streben, doch einmal der Soldatenherrschast ein Ende zu machen, nnd diese will überzeugt seiu, daß die Völker Oestreichs nnr mit dem Säbel regiert werden tonnen. Ein offener Bruch mit dem Militair erscheint der Regierung selbst als sehr gefährlich, man sucht also dem allmächtigen Adjutanten des jungen militairfreuildlichen Monarchen manchmal ein versäumtes Stündlein abzulauschen, nm dann eine Spanne groß Terrain zu gewinnen; aber nicht lange daranf ermannt sich die Soldateska wieder, und wirft den sich sicher glaubenden Negiernngömännern offen den Fehdehandschuh hin.

So hat Haynau diese Tage wieder ein Zeicheil seiner gebietenden Allmacht von sich gegeben, und zwar durch ein Decret gegen die Juden. Die Straf- eontribntion uud die Pnrificationsvervrdnnng für die emaneipütcn nnd gleich­berechtigten Jsraeliten Ungarns hat schon oft in diesem Jahre die Runde durch die deutsche und ausländische Presse gemacht, uud man glaubte, daß dieser Will- Grcnzboten II. 18S0, 64