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Emilia Galotti.
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Geschichte. Mau hatte mit den alten Gesetzen der Religion nnd des Staats gebrochen, man hatte eö aber auf eine sehr oberflächliche Weise gethan. DaS aufgekärte Christenthum und der aufgeklärte Absolutismus mußten eiueu tieferen Geist mehr noch verletzen, als die alle Orthodoxie nnd der naive Despotismus, deuu sie be­leidigten ihrer ZnsammenhangSlosigkcit wegen nicht nnr das moralische, sondern auch das ästhetische Gefühl. Lesfiug ist iu seinen religiösen Streitschriften mehr scharf­sinnig als ehrlich, ungefähr wie Odoardo dem Prinzen, wie Nathan dem Saladin gegenüber. Kr widerlegte mit einer gewissen innern Lust die Sophistereien des auf­geklärten Christenthums, aber er sprach nicht anö, was er über das eigentliche Christenthum dachte/ Wir müssen in seineil Briefen nachlesen, um uns darüber Aufklärung zu verschaffen. Cs war das nicht äußerlicher Schein, sondern innere Unsicherheit; er fühlte, daß der Boden unter seinen Füßen nicht fest war, und wagte uicht, dariu tiefer nachzugraben.

Diese Vereinzelung war in dem politischen Leben Deutschlands noch viel em- pstndlicher. Das gesetzliche Weseu der Neichskammergerichte u. s. w. war in all­gemeinen Mißeredit gekommen, man ließ also der snbjectiven Willkühr freien Spiel" räum. Die liberalen Absolutifteu, die über der Zweckmäßigkeit das Recht, ver­gaßen, die Freimaurer, die sich im phantastischen Tranme über die Noth des Wirklichen erhoben, Werther, der sich aus der schaalen Außenwelt in die uner­gründlichen Tiefen des Gemüths zurückzog, um darin unterzugehen, und Odoardo, der eiu Verbrechen begeht, um es als logische Folge der schlechten gesellschaftlichen Zustände darzustellen und diese dadurch cu! lrb8urcwui zu führen, sie alle sind Ausdrücke eiueS nnd desselben Princips: des subjectiveu Idealismus, der das Gesetz der Welt uicht versteht, weil er sich selber nicht versteht. ,l. .8.

Meine Corvespondenz und Notizen.

W illi a m W ordS w v r t h.

Der berühmte „philosophische" Dichter ist im April d. I. zu Nydal Moimt in seinem Ll. Lebensjahre gestorben. — Er war 1770 geboren und eigentlich für die Kirche be­stimmt. Aber die Neigung zur Poesie brachte ihn davon nb. Bon seinen Gönnern in der Negierung erhielt er die Stelle eines Stempel-Einnehmers, die 1tt35> dnrch eine Pension von 300 L. erseht wurde.

Sein erstes Werk war eine poetische Epistel an eine junge Dame von den Seen im Norden Englands: „Ein Abendspazicrgang" j.1793), die den zwei Jahre jüngeren Colcridgc auf ihn aufmerksam machte, und seit 17W zu jener innigen Verbindung führte, nus der die sogenannte „Schule der Seen" hervorging — ein Spottname, hergeleitet aus der Vorliebe der beiden. Dichter zu den Seen bei Nydal Mvnnt, wo Wordsworth scit seiner Vcrheirathung mit Mary Hutchinson 18V3 seinen Aufenthalt fand. Der Dritte von den Dichtern, der sich an diese Schule „des Weinens nnd der Hypochondrie" anschloß, war Robert Southoy.