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Herausziehen von lött Millionen würde eine sehr große Zahl der Mühlräder, welche der Geldstrom nmtreibt, zum Stillstand bringen.
Die nachtheiligeu Wirkungen einer solchen Anleihe würden sich verdoppeln und verdreifachen, wenn sie gar zwangsweise zu Stande gebracht werden müßte; nichts ist gehässiger, nichts schwieriger als eine solche erecutive Eintreibung, wie sie so eben in östreich. Italien stattfinden sollte. Von den ausgeschriebenen 12l> Mill. Lire wurden achtzehn subscribirt, und ironisch schreibt die Mailänder Commun ans Ministerium, sie wolle den Nest von U)2 Mill. Lire mit den andern Communen deö lombard. - venetian. Königreichs nach eigener Vermittlung herbeischaffen. Die Wirkung eines solchen Zwangsanlehcns wäre, daß das Pfund Fleisch, das iu diesem Monate den nie erlebten Preis von 35 Kr. Wien. Währ. limilirt erhielt, noch um 50"/» theurer würde. Der durch die Robotab- lösung geldbare Gutsbesitzer, der fast um das doppelte besteuerte Grundcigen- thümer, der durch die entwertheie Vantvolnta gedrückte Handelsmann, die eredit- lose Industrie, der eapitalbedürstige Producent, sie alle würden durch eiue solche Anleihe noch mit der Vertheueruug der nothwendigsten Lebensbedürfnisse besteuert, wie sie bereits jetzt als Ncvange für den Zwangscours des Papiergeldes alle Märkte beherrscht.
Nur Eins kann die Geldverhältnisse Oestreichs bessern und endlich regeln; uur Eins, was der Finanzminister selbst in mehren Ordonnanzen mit Nachdruck hervorhob, nemlich: Vertrauen in die Negienmg.
Der größte Tadel, welcher die Finanzcvmmission trifft, ist das Anslassen dieser Stütze; freilich mußte es ihr schwer werden, dies einein Ministerium zn sagen, das niemals das Vertrauen des Landes erringen kann. Der FinanzanSweiö für den der Minister erst 7 Monate nach Ablauf des Jahres veröffentlicht, ist nicht geeignet, irgendwie Vertraueil in die Gcldzustände einzuflößen.
Darüber nächstens.
A ,» s H5 e st h.
Dcn 7. Juni.
In Zedlitz'S „Soldatenbüchleiu" habe ich nuter der vielen Markatcnder-Poesie auch Ein wirklich schönes Gedicht gesnnden. Es ist ein heiterer Moment iu dem sinstern Gewühle des Schlachtenlebens, mit Geist erfaßt und mit den schönsten Farben einer dichterischen Phantasie ausgemalt. — In einem der hitzigsten Gefechte zwischen den Oestrcichern und Picmontesen erscheint, als der Kampf am heftigsten wüthet, ein Priester im heiligen Gewände, den Leib des Herrn hoch vor sich her tragend, zwischen den Kämpfern. Wie die MeereSwogen von dein Dreizack des Neptun, werden die Krieger von diesen: Anblick gebannt, sie weichen von beiden Seiten zurück, senken ihre Waffen und satten anbetend nieder vor dem Bilde des Ge-