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Kleine Nachrichten.
England: Neue Erscheinungen der Literatur und Kunst.
Unter den neu erschienenen Werken zeichnen die Journale zunächst zwei größere historische aus.
Kistor^ ok LvanisK I.iter<Mre. Von George Ticknor, einem Amerikaner, in 3 Bde. Sie soll die Vorarbeiten Bouterwcck's und SiSmondi's bedeutend hinter sich lassen, und sür die Verbindung der Literatur mit dem Leben, namentlich iu der Geschichte des Theaters, eine neue Bahn brechen. Wenigstens als kritische Basis für die künstige eigentliche Geschichtschreibung; denn auf den eigentlichen ethischen Gehalt der Poesie geht sie weniger ein, sie beschränkt sich auf das Aeußerliche. Darin aber ist mich alles geleistet, was unermüdliche Ausdauer im Durchforschen von bestäubten Bibliotheken, große Geldmittel und gewissenhafte Gründlichkeit im Sichten des gegebenen Materials, verbunden mit einer sehr umfangreichen allgemeinen Bildung, überhaupt nur leisten können. — Die unbedingte Begeisterung, die unsere Romantiker dem Zeitalter Calderon's entgegenbrachten, kann man von einem Amerikaner freilich nicht erwarten. (Vgl. Athenäum, Merz, p. 223 und Bentley p. 385.) —
Von der Kistor? ok Kreece, von George Grote, ist Bd. 7 und 8 erschienen, die vom Frieden des Nieias bis zum Tode des Sokratcs gehn, 421 bis 39!), und neben der politischen Geschichte vorzüglich auf die Entwickelung der Culturvcrhält- nisse, z. B. die Stellung der Sophisten, die nicht ganz in dem gewöhnlichen schlechten Lichte erscheine», ihr Augenmerk richten. Die Proben, die Athenäum (p. 279 ff. 307 ff.) und Westminstcr Ncview (p. 177 ff.) mittheilen, bestätigen das lobende Urtheil dieser Journale riber die Gelehrsamkeit und die Umsicht des Verfassers. —
Vom Major Rawlinson sind im Journal ok llis Ko^gl ^sialiv Loeiel^ X. und XI. die Untersuchungen über die Keilschrift der Perser nebst Auszügen aus persischen Gedichten erschienen, die er in dieser Gesellschaft vorgetragen hat. (Athenäum p. 234. Wcstm. Ncv. 38 ff.) —
Ein neuer großer historischer Noman: ^lltomvÄ or ll»o fall ok Koine, aus dem 5. Jahrhundert, 3 Bde., von Wilkic Collins, zieht die allgemeine Aufmerksamkeit der englischen Kritik ans sich. Es ist das Erstlingswerk dieses Verfassers, und scheint denselben sogleich unter die Koryphäen der Belletristik einzureihen. (Ath. p. 283. 293. Bentley 375.) —
Die dramatische Poesie scheint bei den Engländern immer mehr auszusterben. Unter mehreren Dramen, die getadelt werden, hebt Athenäum (p. 230.257.) zwei mit großem Lobe hervor: VIcl lovo suel nnv lortune (alte Liebe nnd neues Glück) von Ehorley (Verfasser von coilli, Nusic^ ancl maimers u. a.), und Ine noblo Irt-art (das edle Herz) von Lew es. Nach der Skizze uud den Auszügen, die es gibt, können wir dieses Lob keineswegs unterschreiben. Das erste hat den gespreizten, affeetirten Dialog, den wir aus Bulwcr kennen, und die Launen des englischen Spleen nnr noch sorcirt;