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Kleine Correspondenz und Notizen.
Kchrcic von Jean I.nnnct, -Apo^cl. Verschiedene Kroschiircn. — Unter diesem Titel zeigt das „Mnsvc deö FamilleS" die gesammelten Werke cincö der klarsten und verständlichsten französischen Socialisten an, der, vom Glanben Fourier'S abgefallen, aus eigene Faust eine sunkelnagelnenc Religion gestiftet hat. Leider geht die Kritik auf den Inhalt des Journet'schcn Systems nicht ein, aber nach seiner Art, es zu predigen, ist Jean Journet selbst Mittelpunkt und Zweck des Journctismus. Er ist Heiland und Apostel in einer Person, und sein Bestreben scheint manchmal weniger die Menschen zu seinen Gläubigen als zu seinen Gläubigern zu machen, wie Sie sogleich sehen werden. — Sie sitzen ruhig in Ihrem Arbeitszimmer, oder trinken mit einigen Freunden Thee, da läßt sich Jean Journet melden. Da Sie den Namen des Apostels nicht kennen, so begehen Sie die Unvorsichtigkeit, ihn einzulassen. Mit wild zerrauften Haaren, verzückten Mienen, prophetischen Gebcrdcn und einem schreienden Ha! stürzt er in's Gemach. Sie fragen ihn, was er will. — Ich will die Welt retten! schreit er'; ich verlange dazu Nichts, als Ihr Ohr auf eine Stunde. Darauf ergreift er das Wort und beweist Ihnen in vier schreienden Sätzen, daß Sie, Ihre Familie, Ihre Voreltern, Ihr Vaterland, und der Erdball, auf den sie stehen, verloren sind, unrettbar verloren, wenn Sie nicht augenblicklich Hand anlegen, zur Verwirklichung seines Systems, indem Sie besagte Hand in die Tasche stecken, und zur Unterstützung des besagten Systems hervorziehen einen Franc, welches der feste Preis ist für die „Schreie" von Jean Journet. Seine Werke haben alle durch die Bank den eindringlichcn Titel Schrei; da ist ein „Schrei des Mitleids," ein „Schrei der Verwünschung," ein „Schrei deö Hungers" u. s. w. Der letzte Titel würde vielleicht anch ans sämmtliche hundert Werke passe», die Jean Journet bis jetzt in die Welt geschrieen hat. Kaufen Sie einen „Schrei," so gibt Ihnen der Apostel seinen Segen und cmpsiehlt sich, wenn er ausgeprcdigt hat. Kaufen Sie nicht, so erklärt Sie Jcan Journet schreiend sür: „ein Monstrum von Unbnßfertig- kcit, einen König deö Machiavclismns, einen schamlosen Civilisationsmenschen, einen kosmopolitischen Vampir, einen Obcrpricstcr des Hcxensabbaths. einen Parteigänger Proscrpina'S, einen materialistischen Schacherer, einen friedlichen U n m v g l i ch k c i t e r, einen Allhcrrscher und Allsresscr (impossibilistv pi>oil><z>uv, omniÄrque, mnnivoi-e!)" zc. und ferner bombardirt er vierzehn Tage lang Ihren Portier mit einer furchtbaren Ladung von Broschüren, die er Ihnen aus Entrüstung unentgeltlich liefert. — Es gibt in Paris keine Notabilität, welche ihm nicht znm Opfer gefallen wäre. Victor Hugo's Salon widerhallte einen Monat lang vom Geschrei Jean Journct's, und Lamartine gab einmal ein großes Fest, als Journet zum Entsetzen der zahlreichen Gäste mitten in den Salon gesprungen kam; als aber diese Art sich einzuführen, Herrn Lamartine's Mißsallen zu erregen schien, rächte sich der Prophet den ganzen Winter lang durch Zusendung einer Myriade von „Schreien." — Vor einiger Zeit spielte Jonrnet dem Theaterpublikum der „Comvdic-Franyaisc" einen Streich. Er füllte sich die Taschen, den Hut, die Acrmel, die Stiefel, kurz, jeden leeren Ranm seiner Kleidung mit „Schreien," dann nahm er ein Billet zur zweiten Galeric und wartete den günstigen Moment ab . . ., als die Spannung des Publikums den höchsten Grad erreicht hatte, Aller Augen auf die Bühne geheftet waren, und die feierlichste Stille im Saal herrschte, da brach