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Die deutsche Frage in der zweiten sächsischen Kammer.
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und des VerzweifelnS an dem eigenen Werke von der anderen Seite wie ein fres­sendes Gift das Büuduiß zu zerstören drohte, scheint mit dem wiedergekehrten Vertrauen auf die Sündhaftigkeit Preußens iu seinem Fortschreiten gehemmt, und die Verzagenden fangeu uoch eiuiual au zu hoffeu.

Während ich dies schreibe, verhandelt man in Erfurt über die Feststellung der Verfassung, über die Lebendigmachung des Bundesstaats. Niemand kaun zweifeln, daß der Ausgang jener Verhandlungen von ungleich größerem und entscheidenderem Belange für Sachsens Stellung zum Bundeöstaate sein wird, als die Berathung nud Beschlußfassung unsrer Kammern, selbst die so günstige der zweiten Kammer. Hält man dort fest, geht man muthig aus das Ziel los, nicht rechts noch links sehend und nicht rückwärts schreitend, so ist Sachsen dem Bundesstaate gewonnen, was mau auch hier dagegen thue und sage; die Nothwendigkeit der Verhältnisse wird stärker seiu, als der Eigenwille der Menschen. Es braucht keinen Bundes- schiedsgcrichtsspruch uud keine Exeeutionsarmee, um Sachsen zu seiner Pflicht gegen den Buudcsstaat zurückzufnhrcu; es braucht nichts, als daß der BnndeSstaat sich selbst nicht aufgebe, dann wird ihm auch Sachsen uicht entgehen.

Leipzig, deu 15. April 1850.

Cine M?inisterrede zn Crfnrt.

Das Parlament hat in seinen Plenarsitzungen die Berathnng der Verfassungs­frage begouueu, und bereits haben wir die Stimmen der parlamentarischen Helden aus den Frankfurter Ceutreu uud deu preußischen Kammern wieder auf der Tri­büne gehört, von BiSmark-Schönhausen an bis Heinrich Gagern. Da unsere Partei in beiden Häusern die Majorität hat, so würdeu wir die Verhandlungen nnd Beschlüsse des Parlaments mit srober Siegeöhoffuuug verfolgen können, wenn die Ansichten der preußischen Negierung über deu BnndeSstaat nicht noch in einem fortwährenden Schwaukeu begrisfeu wären, welches fast so schlimm ist, wie die traurigste Gewißheit. Die preußische» Minister, welche iu Erfurt zu sprechen veranlaßt waren, haben eiue sehr bedeulliche Uusicherheit nnd einen so totale» Mangel an festem Willen und Plan, wohl wider Willen verrathen, daß die Niederlagen, welche sie auch in der Meinung des preußischen Volkes dadurch erlitten habe», gar uicht mehr zn verhüllen siud. Unter ihnen genoß Herr von Mantensfel die meiste Popularität, wir wolleil ihm von Herzen wünschen, daß er sie sich auch nach seinem Auftreten in Erfurt erhalten möge, trotz seiner Circularschreiben an die Chefs der VerwaltnngSbehörden. Was nnö darin un­sicher macht, ist au sich eine Kleinigkeit. Er hat den Vogel Phönix iu seiner letzten Rede vergessen, den er sonst nie vergißt nnd deshalb fehlte seiner Rede das Auspicium, sie war ohne Hilfe der Götter gehalten, und hatte gottlose Wir­kungen, zunächst die, daß sie lachen machte.