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Die verflossene Concert-Saison : in Leipzig.
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komme ich später zurück. Der jüngere Verein, Euterpe, welcher über so bedeu- tende Mittel keineswegs zn diöponircn hat, hat unter der einsichtsvollen Leitung des jetzigen Dirigenten, Hrn. Riccius, eines jnugen, sehr strebsamen Musikers, eiileu erfreulichen Aufschwung genommen. Von dem eigentlichen Höhepunkt unserer musikalischen Leistungen, der Kammermnsik, eiu audermal. Nur noch einige Worte über die Oper. Außer dem Prophet, über den wir oben referirt, hatten wir zwei Novitäten, das Diamantkreuz vou Siegsried Salomau aus Kopcuhagcn und die Deserteure vou Conrad. Der größere Erfolg, den die letztere Oper davontrug, liegt in loealen Gründen. Das Thal von Andorra, das hier die in hohem Grad verdiente Anerkennung fand, die ihm Berlin ver­sagte, ist seit dem Abgang der Frlu. Würst schlafen gegangen; desto mehr Ge­legenheit hatte das Leipziger Publikum, die niedlichen Mclvdieeu ans Martha und dem Maskenball sich einzuprägen. Der Oper droht durch den Abgang des besten unter unsern Sängern, des Bassisteu Salomon, nach Berlin, ein sehr empfindlicher Verlust, der schwer zu ersetzen sein dürfte, und der noch größer wäre, wenn es sich bestätigte, daß auch Frl. Mayer uus verläßt. Fr. Gundy ist wohl nur vorübergehend engagirt; Frln. Bnck hat noch wenig Gelegenheit ge­habt, sich zu zeigen. In ihrem Debüt als Oberpriesterin in der Vestalin erntete sie reichen Beifall ein. Frau Günther-Bachmann hat mit ihrem liebens­würdigen Gesang, der uur leider zuweilen über die Kräfte angestrengt wird, wie als Mamsell Zephyrine im Diamantkrenz, einer schwierigen Cvloratur-Partie, überall auöhelfeu müsseu. Von den männlichen Mitgliedern befriedigt der Tenor, Hr. Wiedemann, am meisten; Hr. Bvst, der Baß, hat nnsern Bchr nicht ersetzen können, nnd der Bariton ist gar schwach. Als Tenor-Bnffv leistet Hr. Henry aucrkeuueuswerthes. Das Orchester ist ausgezeichnet, dagegen lassen die Chöre sehr viel zu wünschen übrig, was nicht an der vortrefflichen musikalische,! Directiou liegt, souderu an der Neigung nnsers gegenwärtigen Theaters, mehr aus die Beine als ans die Kehle zn verwenden. Das Ballet cnltivirt sich immer mehr, nnd macht doch keinem eine rechte Frende, denn mit der Berliner Pracht können wir doch nicht wetteifern, uud iu diesem Genre erregen Sprünge, die nicht die höchste Höhe erreichen, mir Bedauern.

Die Kampfe des Ministeriums.

Ans Wien.

Jetzt, wo das Geschick deö Kaiserstaats sich hinter verschloßenen Thüren der Ministerien und des Kaiserlichen Kabinettes abspielt, dringeil nnr einzelne Gerüchte über das Verhältniß der Machthaber zu einander in das große Publikum, eiue