Ein Paff ah fest.
(1421.)
O schwarze Judenstadt! im lauten Prag, Ein stummes, trauerndes Jerusalem, Durch deine Gasseu zieht am hellen Tag Das ewige Gespenst von Ehedem. Lebend'ges Grab! in deine Räume fällt Kein Heller Schimmer und keiu Hauch der Welt, In deinen Gassen ist die Jugeud alt, Der Frühling dnstlos und die Sonne kalt, Durch hohe Dächer kaum ein Sonnenblick. Hier schweigt die Lippe und hier schweigt der Stein, Hier schläft des Lebens Wettkampf und Geschick, Nur Juda's Trauer wacht und schläft nicht ein.
Sie schläft nicht ein! o geh', du Christenkind, Des Weges durch die kalten Dämmerungen, Wo träufelnd Naß vou alleu Mauern rinnt, Als sei vom Schmerz der Stein sogar bezwungen, S'ist Abend schon und durch die Fenster bricht Ein karger Schein von Sabbathlampenlicht. Da tönt aus jedem Hause noch der Sang, Erzählend von den ewig neuen Leiden Das Lied, das einst an Babels Strömen klang, Das Klaglied von den Harfen an den Weiden, Es ist das Lied der schlummerlosen Haft, Aus Juda's ewiger Gefangeuschaft, Als säß' Nebukaduezar noch zu Throu Und Prag sei Susa oder Babylon?