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Oesterreich und Preußen.
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Oesterreich nnd Preußen.

Es gibt in Deutschland wie in allen Ländern der Welt eine Kricgspartei, die von den Zufällen, von der Verwirrung, von der Bedrängniß eines Krieges sich einen raschern Umschwung der Verhältnisse verspricht und schnellere Zuge­ständnisse an das liberale Prinzip hoffen als ans dem zähen Wege friedlicher Ordnung, Menschen mit Spieleruaturcn, die gerne d-mczne ruft, unciuge- denk der Verluste, die deu Spieler bedrohen. Solche Kriegslustige haben gewiß mit Bedauern gehört, daß Prcnßcu au alle stiue diplomatischen Ageutcu iu Ita­lien die Weisung ergehen ließ, sich der österreichischen Diplomatie iu den dor­tigen Ereignissen anzuschließen. Wir Ocstcrrcichcr, die wir für die Freiheit vielleicht noch glühendere und innigere Wünsche habeu als uuscre Laudsleute im übrigen Deutschland, weil wir in einer hundertfach bedrängter» Lage uns befinden, wir Oesterreicher wünschen nus dennoch vom Herzen Glück zu diesem innigeren An­schlüsse der beiden deutschen Großmächte, in einem Augenblicke, wo die Gefahr, obwohl kciueSwegcs uahe, doch deu politischen Himmel etwas dunkler färbt. Es ist wahrlich nicht die Furcht vor den italieuischcu Waffen, die uus dicseu Glück­wunsch auspreßt, uoch weniger ist es der Wuusch, das absolute, stationäre, bc- wegungSfeindliche Princip Oesterreichs in Italien herrschen oder gar den edlen bcgeisteruugsvollen römischen Souveraiu bedrängen zn scheu.

Was uns iil der Manifestation einer festeren Allianz mit Preußen erfrent, ist der Beweis, daß Oesterreich keine unnatürlichen Allianzen sucht, sondern Hand in Hand mit Deutschland die Wege seiner Zuknust gehen will, es ist die Ueber­zeugung, die uns wird, daß bei jedcr auch noch so fcrucn Bedrohung eines äuße­ren Feindes und fremder Intriguen Preußen seine Bruderstellnug au der Seite seines deutschen Nachbars einzunehmen sich beeilt. Nur auf solchem Wege können wir Oesterreicher hoffen, die Bahn entschiedener Reformeil iu »ufercr nächsten Zntnuft betreten zu können. Abgeschlossen von Deutschland sind wir, wenn auch nicht verloren denn kein Volk, auch das gescheitste, ist für die Geschichte ver­loren, sobald es sich zu fühlen beginnt aber einer unsichern, bedrohlichen, un­berechenbaren Zukunft heimgegeben, wie. ein Ballon, der seinen Ballast nicht mehr hat und in unabsehbareu Regionen kreist. Deutschland ist unser Schwerpunkt. - - ' . , 10"