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Tagebuch.
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Tage b il ch.

i.

Die vielbesprochene Belgomanie in Köln am Rhein.

Köln, Mitte August.

Beim Durchblättern der Novellenzeitung fand ich ein paar Artikel über die Düsseldorfer Malcrschule und die Kunstkritik, so wie über die Bevorzugung der ausländischen Kunst, welche meine Aufmerksamkeit in Anspruch nahmen, da be­sonders über das letzte Thema in jüngster Zeit auf mancherlei Weise variirt wurde.

Ueber die Tendenz des ersten Artikels kann und mag ich mit dem Verfasser nicht hadern, da es sich hier um rein individuelle Ansichten handelt, um eine Apotheose der Düsseldorfer Malerschule und ihrer Heroen, welchen der bescheidene NameKoryphäen der deutschen Knust" beigelegt wird. Erschrick uicht, deutsche Kunst! Die Herren Protestiren in ihrer Bescheidenheit selbst gegen diesen Ehrentitel.

Jedem sein Steckenpferd und seinen Kolben, warum soll der Kämpe des Düsseldorfer Nachruhms die ftinigcn nicht haben? Mich hat es seiner Zeit selbst unangenehm berührt, als es hieß, unser Köuig habe den belgischen Malern De Biefve und Gallait den Auftrag gegeben, Scenen ans der preußisch- brandcnburgischen Geschichte zu malen. An Ort und Stelle erkundigte ich mich nach der Wahrheit dieses Zeituugs- Gerüchtes und fand, daß es eine grobe Un­wahrheit sei. Weder der Eiue, noch der Andere hat von Preußens Mo­narchen einen Austrag erhalten. Ich will der Fährte jener Lüge nicht nachspü­ren, nicht untersuchen, in welchem Düsseldorfer Atelier sie empfangen und zur Welt gebracht wurde, und welcher knnstkritelnde Düsseldorfer Doctor und Ge­burtshelfer sie als ent-int tiauve dem Fiudclhause der Kölnischen Zeitung über­wies, von wo sie ausging, um sich als patriotische Ente recht breit zu machen.

Nur ein belgischer Maler, De Keyscr, hat directe Bestellungen von un­serem Hofe erhalten, ein Paar Staffelei-Bilder. Für den König malte er Ru­bens, umgeben von seinen Freunden, die Lunden (lo clmneim cle stille) ma­lend, und für den Prinz von Preußen wird er König Max I. und Maria von Burgund malen, welche den Maler Mcmling im Spital St. Johann zn Brügge besuchen. Wenn aber der König anch andern ausländischen Künstlern bedeu-