Wahlscenen in England.
Es ist kaum fünfzehn Jahre her, daß England dnrch eine Reform einer Revolution entging und durch einen freiwilligen und geregelten Fortschritt sich die Schmerzen ersparte, welche stets die gewaltsamen Sprünge der Völker begleiten.
, In dem Augenblick, wo das Ministerium Grey es unternahm, die Natioualvertretung zu reformiren, hatte der Mißbrauch mit den verödeten Wahlfleckcu (i'vtten - Koro»xl>8) eine solche Ausdehnung gewonnen, daß die Unabhängigkeit der Krone mehr noch als die des Wahlkörpers, auf das Ernstlichste durch diese Conccntration der Majorität in wenigen Händen bedroht war.
Die Majorität des Unterhauses war nämlich durch weniger als 15,000 Wähler ernannt. Mehrere Flecken, welche das Wahlrecht besaßen, zählten nicht mehr als 12, 10, ja 0 Wähler. Gatton und Old-Sarum, berühmt iu den Jahrbüchern der Wahlcorruptiou, hatten in der That nur Einen. In Gatton waren sechs Hänser, iu Old-Sarum waren nur noch die Ruinen eines alten Schlosses, welches dennoch das Vorrecht behielt, im Unterhans repräsentirt zu werden. Lord John Rnssel konnte also mit Recht sagen: „Wenn ein Fremder sähe, wie diese weise und große Nation ihre Repräsentanten wählt, müßte er uicht tief betroffen werden, wenn man ihm eine Steinmauer zeigte, die zwei Repräsentanten schickt, oder einen Park ohne Spur von Behausung, dcsseu Bäume ebenfalls zwei Repräsentanten entsenden?"
Man hatte berechnet, daß unter 658 Abgeordneten 16 durch den Einfluß von Gouvernements nnd 471 durch den Einfluß von 144 Pairs und 124 großen Grundeigeuthümern gewählt winden. Sieben Lords allein ernannten 65 Mitglieder des Unterhauses; der Herzog von Norfolk allein 11; die Herzöge von Nutland und Newcastle jeder 7.
Grcnztote». »I. 41