Tage b u ch.
i.
Aus Paris.
Anfang Juli.
Schlägst Du meinen Herrn, so schlage ich Deinen. — Die vsmoeistie i>soiti<z»e und ihre alten Sünden. — Die beiden Geschichtschreiber. — Französische Meinung über
Preußens Landtag.
Unser Charivciri ist der Lafontaine der gegenwärtigen Zustände Frankreichs. Eine Sammlung aller seiner schlagenden Scenen würde die tiefste philosophische Geschichte unserer Tage sein. Wie schade, daß diese Blätter von dem Winde weggeweht werden. Eine der lustigen Scenen des Charivari heißt: „Schlägst Du meinen Herrn, so schlage ich Deinen!" Zwei Kutscher sitzen auf ihren Böcken und schlagen Beide lustig auf ihre wechselseitigen Herren los, um Jeder den Schimpf, den der Andere ihm anthut, indem er seinen Herrn dnrchfuchtelt, zu rächen. Diese kleine Familicnscene ist, wie die Fabeln Lafontaine's, nur die bildliche Darstellung von Ereignissen höherer Regionen. Für den Augenblick heißen die beiden Kutscher: 1« nrocureur Koi und I» 6«Zmocrativ i>!»c:Ili«jiie, nnd die beiden Herren Dnchatel und Considerant. Die vemociatie nacili<zu<z hat dem Herrn Dnchatel ein paar harte Hiebe versetzt; der Kntscher des Ministers des Innern sagt: „Schlägst Du meinen Herrn, so schlage ich Deinen!" und frisch daraus los gibt er der Dcmocratie drei Hiebe in einem Athem.
Die ve'mocrativ pacilüine ist von allen französischen Blättern unstreitig das ehrlichste. Sie hat eine feste Ueberzeugung und tritt überall für dieselbe ein; sie steht dem Kreise der intriguirenden und mächtigen Parteien zu ferne, um iu Versuchung geführt zu werden; sie hat ein gutes Gewissen, und braucht deswegen nicht halb so laut aufzutreten, um einen viel größeren Eindruck zu machen als die lautesten Schreier. Seit längerer Zeit verfolgt dies Blatt alle kleinen und großen Betrügereien der Ausbeuter unserer Zustände, Rothschild und die Minister sind nicht einen Tag sicher vor dem scharfen Auge und dem strengen Worte dieses unbestechlichen Censors. In den Scandalen der letzten Tage hat die Demokratie pacilisjue die härtesten Sachen gegen die Herren Minister vorgebracht.
Wenn aber die Ovmoci-iUiv pncilicjiw in allen Geldangelegenheiten ein reines Gewissen hat, so ist sie dagegen in anderer Beziehung eine unverbesserliche