Eine Ferienliebfchoft.
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Wenige Stunden hinter der alterthümlich gebauten, historisch merkwürdigen Stadt Wiener-Neustadt gelangt man an die ungarische Grenze. Die Gegend ist flach und trostlos: Haideland ohne die Poesie der Haide, die sich tiefer im Ungarlande in den zahlreichen wilden Pferdeheerden und den um das Feuer lagernden Hirten ausspricht. Bis Wiener-Neustadt belebt wenigstens der Schifffahrtscanal die Gegend; aber bald mündet auch dieser in Sumpf und Moorland und die Einförmigkeit des sandigen, unebenen und nur hier und da spärlich mit Haidekraut bewachsenen Bodens wird bisweilen durch einen, auf einer Erhöhung aufgerichteten Galgen auf eine eben nicht anziehende Art und Weise unterbrochen. Selten nur trifft man eine elende Lehmhütte, vor der sich schmuzige, verwahrloste Kinder herumtreiben, bis der schlechte Weg gegen Eisenstadt zu in eine prachtvolle, aber deshalb nicht minder langweilige Pappelallee mündet. Auf der andern Seite führt der Haideweg bis gegen Oedenburg zu in gleichmäßiger Trübseligkeit fort. Hinter dieser Stadt aber bringen schöne bewaldete Berge und der herrliche Neusiedlersee mit seinen rebenbc- wachsenen Ufern eine angenehme Abwechslung in dieses unfreundliche Gemälde.
Bevor man noch nach Wiener-Neustadt gelangt, liegt links, einige hundert Schritte von der Heerstraße entfernt, ein großes schloßähnliches Gebäude an einem kleinen, aber reißenden Mühlbache über welchen eine hölzerne Brücke führt. Der Glockenthurm dieses Gebäudes hat nicht die Bestimmung, die Bewohner zur stillen, andächtigen