Zur statistischen Literatur.
Neuere Statistik. — Reden's statistischer Verein. — Die zehnte Auflage von Gallettl.— Francis Wyse über Nordamerika.— Becher über die österreichische
Bevölkerung.
Je mehr sich die Theilnahme an den öffentlichen Angelegenheiten durch alle Klassen der Gesellschaft verbreitet, je unmittelbarer die politischen Zustände mit den industriellen und merkantilen Lebensbewegungen in Wechselwirkung treten und je bewußter die großen Kreise des Publikums sich dieser gegenseitigen Beziehungen werden, von desto höherer Bedeutung würden nicht nur für die Gelehrten von Fach, nicht nur für die eigentliche Publiciftik, sondern für jeden Einzelnen jene Werke, welche die Kenntniß der Staaten und Kirche nach ihren physisch- und politisch-geographisch statistischen und historischen Verhältnissen vermitteln. Diesem Bewußtsein entsprang auch jene massenhaft angewachsene Literatur der neuen Zeit, die Literatur der Zustände, um es mit einem Wort auszudrücken. Die leichten Touristenschriften trugen in ihrer Weise eben so gut zu deren Bereicherung bei, wie jene schwereren publicsti- schen Werke, als deren Vertreter nach einzelnen Beziehungen und in Deutschland beispielsweise Rau, List, von Reden, Höfken u. A. genannt sein mögen. Mehr als früher, obschon leider noch immer nicht genugsam, haben auch die obern Verwaltungsbehörden jene Scheu vor der Veröffentlichung der Ergebnisse ihrer officiellen Listen über die in Zahlen ausdrückbaren Zustände und Verhältnisse des Staatshaushaltes, der Industrie und Gewerbthätigkeit, der Bevölkerungsbewegungen, der nra- leriellen Lage verschiedner Provinzen u. s. w. verlassen und officiellen Darlegungen offenbart, nach welchen Richtungen sich vorzüglich das öffentliche Leben ausbildete. Herr von Reden bezeichnet mit vollem Recht das Wesen der Statistik „als eine vorzugsweise auf Zahlcngrund- lagen gestützte Darstellung des gesammten Staats- und Volkslebens/'