T a g e t, u ch.
i.
Cornelius und feine nenesten Cartons.
Berlin Ende October.
Endlich kann ich Ihnen Näheres über die schon vielfach gerühmten Cartons zu dem projectirten cmniw s-nitn, zwischen Schloß und Museum, berichten. Die Großem derselben werden etwa 20 Fuß hoch und gegen 25 Fuß breit. Sie sollen Flachen der Wände ausfüllen, welche durch nischenartige Felder, die man mit gemalten Statuetten verzieren wird, getrennt sind. Bis jetzt ist mir Einer davon, angefertigt von Peter von Cornelius, zu Gesichte gekommen. Er führt uns die Pest, die Theuerung, den Krieg und den Tod vor, wie sie auf das menschliche Geschlecht herabstürzen. Es laßt sich vielleicht mancherlei gegen die logische Theilung dieser Idee einwenden, indem ja die drei Erster» den Tod schon in sich fassen, also entweder sie den Tod überflüssig machen, oder der Tod sie ausschließt, und wenn man nicht so weit gehen will, wo er sie doch wenigstens zu seinem Hofstaat macht und um sich gruppirt. Cornelius hat indessen durch die Neihefolge seiner Gestalten den Tod gleichsam als' die letzte Instanz dieser hereinbrechenden Leiden hingestellt und so diesen Zweifel niedergeschlagen. Als vier kolossale Neitersigurcn hat sich der Meister diese Ideen realistrt. Links im Bilde die Pest im orientalischen Costüm, Bogen und Pfeile in der Hand, hat sie eben das todbringende Geschoß auf die Sterblichen entsandt. Ueber und hinter ihr mit markirt hebräischen Gesichtszügen die Theuerung. In der einen Hand tragt sie eine Wage, wahrend sie die andere emporhebt und zwei Finger, wie es scheint, um die Verdoppelung der Preise anzuzeigen, starr ausstreckt. Unter ihr, im Mittelpunkt des Bildes, sehen wir den Krieg mit gezücktem Schwerte, eine kraftige und ausdrucksvolle riesige Gestalt, auf vorbaumcndem Rosse. Rechts, als letzte Reitersigur, stürzt der Tod auf wildjagendem Rosse wie aus der Höhe herab, mit beiden Handen die Sense schwingend und mit gewaltiger Armbewegung Alles vor sich wegmähend. Er erscheint
Grcnzbvttn. IV. ->3